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The Take Off And Landing Of Everything

Elbow

»The Take Off And Landing Of Everything« windet sich, verwirrt, fügt sich wieder zusammen. Verschachtelte Songstrukturen und immer wieder Referenzen zu Garveys letzter Beziehung zu seiner Langzeitfreundin Emma, die kurz vor Entstehung der Platte in die Brüche gegangen war, machen das Album ungreifbarer als die Vorgängeralben.
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Ab einem gewissen Punkt im Leben stehen jährlich eigentlich nur noch zwei Pflichttermine an: Hochzeiten und Beerdigungen. Und zu 90% wird auf einer Beerdigung Frank Sinatras »My Way« zum Besten gegeben. Als passendes Gegenstück für Hochzeiten hat sich in den letzten Jahren ein Lied herauskristallisiert: »One Day Like This«. Wie wichtig dieser Song für Elbow geworden ist, zeigte sich bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2012. Während sich die Sportler auf dem Rasen feiern ließen, ertönte Elbows berühmtester Song aus der PA. Menschen lachten, feierten, lagen sich in den Armen und schmetterten »One day like this a year’d see me right« im Chor. Warum dieser Exkurs wichtig ist für die neue Platte »The Take Off And Landing Of Everything«? Ohne ihn würde es das Album nicht geben. Elbow waren durch. Fertig. Sänger Guy Garvey hatte sich schon damit abgefunden, als erfolgloser Musiker, dafür umso erfolgreicherer Teilzeitalkoholiker die Pubs von Manchester zu seinem Zuhause zu machen. Die Plattenindustrie hatte sie 17 Jahre lang missachtet, und ihr Album »The Seldom Seen Kid« sollte ihr letztes reguläres Album werden. Was folgte, ist die klassische »Vom Tellerwäscher zum Millionär«-Geschichte.

»The Take Off And Landing Of Everything« windet sich, verwirrt, fügt sich wieder zusammen. Vermehrt verschachtelte Songstrukturen und die immer wiederkehrenden Referenzen zu Garveys letzter Beziehung zu seiner Langzeitfreundin Emma, die kurz vor Entstehung der Platte in die Brüche gegangen war, machen das Album weniger greifbar als die Vorgängeralben. Die Hommage an New York, »New York Morning«, kommt noch am ehesten einer Hymne wie »One Day Like This« nahe, doch ohne dessen positive Grundeinstellung. Apropos positiv: Lyrics wie »I’m running out of miracles« und »My newest friend have forgotten my name« sorgen bestimmt nicht für allgemeine Heiterkeitsausbrüche. »The Take Off And Landing Of Everything« wird in einigen Jahren in einem Atemzug mit Meisterwerken wie Genesis’ »Lamb Lies Down On Broadway« und Talk Talks »Spirit Of Eden« genannt werden. Auch diese Alben hatten mit ihrer anfänglichen Reputation zu kämpfen, stellten sich im Nachhinein jedoch als Geniestreiche heraus. Wie sagt man immer so schön als Kritiker: »Dieses Album braucht Zeit und muss wachsen.« In diesem Fall passt es wie die Faust aufs Auge. Ich werfe fünf Euro ins Phrasendreschschwein.

 

In drei Worten: Olympia / Pop / Genesis

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