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U2 entlässt Bono doch nicht

Eine Frage des Timings

Von offizieller Seite (Time) ist unser aller gutes Gewissen Bono ja zur "Person of the Year" gekürt worden. Endlich also Anerkennung auf Augenhöhe. Denn wenn einer ständig mit den Staatsmännern dieser Welt durch samtene Flure flaniert, ist etwaige Kritik des Pöbels (den Faaaans) natürlich völlig i
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Von offizieller Seite (Time) ist unser aller gutes Gewissen Bono ja zur "Person of the Year" gekürt worden. Endlich also Anerkennung auf Augenhöhe. Denn wenn einer ständig mit den Staatsmännern dieser Welt durch samtene Flure flaniert, ist etwaige Kritik des Pöbels (den Faaaans) natürlich völlig irrelevant. Doch es gab auch andere Zeiten. Ja, auch Bono hatte seine Zweifel. Früher.

Offensichtlich hatte der Frontmann von U2 Angst, von seiner Band entlassen zu werden, weil er sich so oft über die Armut in der Welt ausgelassen hat. Er sagte, die Fans seien oft zynisch gewesen und seine Bandkollegen hätten immer vermutet, er langweile sein Publikum mit seinen politischen Ansprachen. Im Interview erzählte Bono über U2: "They are hugely supportive spiritually and financially of the work I do, but they are in a rock'n'roll band and the first job of a rock'n'roll band is not to be dull." Die Neuigkeiten des Satzes: Bono hält U2 1. für eine Rock´n Roll-Band, 2. für nicht "dull". Nunja. Früher jedenfalls war es offensichtlich schlimm für ihn: "There was one point when I thought 'I'm going to be thrown out of the band for this stuff'. People just openly jeered and I felt like I was a weight around my band's neck for doing this kind of work." Diese Zeiten sind mittlerweile ausgestanden.

Tatsächlich hat er bis heute einen Mann in der Band, der ihn zur Ordnung ruft: Larry Mullen, der Schlagzeuger sitzt auf der Bühne immer hinter Bono und sobald er mit seinen politischen Kommentaren beginnt, schaut Larry auf die Uhr. Und stoppt seinen Frontmann irgendwann, bevor es dann doch zuviel wird. Alles eine Frage des Timings also. Aber wenn Bono bald zur Rechten des Papstes sitzt, dann wird auch ein Larry Mullen kein Hindernis mehr sein.