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Eindringlich bis fordernd: So wars in Brüssel

Goose live

Heimspiel für Goose: Anlässlich ihres neuen Albums "Synrise" spielt das belgische Dancepunk-Quartett ein exklusives Konzert beim Brüsseler Indie-Radio "Studio Brussels".
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Heimspiel für Goose: Anlässlich ihres neuen Albums "Synrise" spielt das belgische Dancepunk-Quartett ein exklusives Konzert beim Brüsseler Indie-Radio "Studio Brussels".

25.11.2010, B-Brüssel, Club 69 - Studio Brussels / K-Nal.

Die flämische Station ist Teil der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt VRT und gleichzeitig der populärste Alternative-Sender in der Region. Die live ins Radio übertragenen Auftritte im hauseigenen Club 69 haben Tradition: In der geräumigen Konzertörtlichkeit gaben sich bereits Bands wie Bloc Party, MGMT oder The Gossip die Klinke bzw. den Klinkenstecker in die Hand. Nicht geladene Gäste hatten im Vorfeld die Möglichkeit, über das Internet an die begehrten Tickets für die exklusive Liveshow zu kommen.

In der Garderobe der Band demonstriert Sänger Mickael sichtbar amüsiert seine Deutschkenntnisse mit einem freundlichen "Hallo, wie geht's?!", gesteht aber unverzüglich ein, dass seine Skills damit bereits erschöpft seien. Das auf der Bühne so exaltierte Gespann gibt sich hinter der Bühne bescheiden und freundlich - von Exzess oder Allüren keine Spur. Dabei wäre ein bisschen Stolz in Anbetracht ihres äußerst gelungenen, zweiten Studioalbums kaum verwerflich.
Vor der Bühne ist die Stimmung dank des am Eingang großzügig ausgeschenkten Freibiers bereits  mehr als ausgelassen. Mickael, Dave, Bert und Tom platzieren sich hinter Synthesizern und Schlagzeug, die wirbelnden Keyboard-Akkorde des Titeltracks "Synrise" schrauben sich aus den Boxen und prompt fliegen die Hände des Publikums in die Luft. Ein gelungener Auftakt, dessen Dringlichkeit sich durch das komplette Set ziehen sollte. Songs wie "Words" oder "Can't Stop Me Now " wirken in der Live-Situation deutlich fordernder, als es auf Platte schien. Bemerkenswert ist vor allem die Leistung des Drummers, der einen immer wieder vergessen lässt, dass gerade ein Mensch an den Trommeln sitzt und nicht etwa ein Drumcomputer seine stoischen Kreise zieht.



Nach der kurzen aber energetischen Performance geht es weiter zu After-Show-Party, bei der für Goose ein Gastspiel hinter den Plattentellern auf dem Programm steht. Der noch recht neue, nördlich gelegene Club K-Nal erinnert mit seiner ausladenden Fensterfront und dem Blick auf den namensgebenden Kanal stark an das Berliner Watergate und kann sich durchaus sehen lassen. Hier wird man Zeuge einer aberwitzigen Performance des brasilianischen Duos Mixhell, hinter dem Sepultura-Drummer Iggor Cavalera und seine Ehefrau Laima Leyton stecken. Das Konzept ist so einfach wie intensiv: Während Leyton knarzigen Electro von den Decks abfeuert, drischt Cavalera virtuos auf das extra aufgebaute Schlagzeug ein. So klingt der Abend genauso aus, wie er begann - lauter, schneller, härter.