×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Giraffe

Echoboy

Wieso soll man sich festlegen, wenn es zwischen Indie-Rock, Dub, Synthie- und Britpop nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten zu entdecken gibt? Das jedenfalls könnte Echoboy alias Richard Warren gedacht haben, als er das Soundmaterial des letzten Jahres für sein neues Album sichtete. Dass
Geschrieben am

Wieso soll man sich festlegen, wenn es zwischen Indie-Rock, Dub, Synthie- und Britpop nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten zu entdecken gibt? Das jedenfalls könnte Echoboy alias Richard Warren gedacht haben, als er das Soundmaterial des letzten Jahres für sein neues Album sichtete. Dass dies so üppig ausgefallen ist, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass er während seiner jüngsten England-Tour (mit Mitgliedern von Spiritualized) einfach beschlossen hatte, sein Set zu improvisieren und alles, was sich an Sounds on stage Bahn brach, aufzuzeichnen. Danach nutzte Echoboy digitale und analoge Techniken, um die zehn Tracks zu arrangieren. Bei der Qual der Materialwahl hatte er Unterstützung durch die Briten Flood, die auch Alben von Depeche Mode oder Smashing Pumpkins produzierten. Das Resultat ist ein vielseitiges und experimentelles Album, das auf eine fruchtbare Zusammenarbeit schließen lässt. Im ersten Track “Automatic Eyes” geht es mit treibenden Gitarren- und Basslinien indierockig los. Gefolgt von “Don’t Destroy Me”, einem Electro-Mix, aufgebrochen von einigen dezenten, aber wirksamen House-Spritzern. Mit der Vocoder-Voice tut sich in diesem zweiten Track dann so etwas wie ein scharfzüngiger, emotionaler Abgrund auf. Mit leichten, ruhigen Gitarrenmelodien, kombiniert mit poppigen Synthieflächen, geht’s in “Summer Rhythm” wieder aufwärts: “I’m standing in the light.” Kein leichter Ritt, die Gesamtheit dieses Werks. “Giraffe” ist textlastiger ausgefallen als die Vorgänger “Vol. 1” und “Vol. 2”. Den Chamäleon-Charakter der Sounds aber wird Echoboy niemals aufgeben.