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Bundesgerichtshof entscheidet

Dürfen Labels Backkataloge auf CD brennen?

Der deutsche Bundesgerichtshof fällt wahrscheinlich noch in dieser Woche ein Urteil, das für die Musikindustrie von einiger Bedeutung sein könnte. Dabei geht es um die Frage, ob Plattenfirmen das Recht haben, Musik aus der Vor-CD-Ära auf dem Medium zu veröffentlichen, ohne neue Verträge mit den Musi
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Der deutsche Bundesgerichtshof fällt wahrscheinlich noch in dieser Woche ein Urteil, das für die Musikindustrie von einiger Bedeutung sein könnte. Dabei geht es um die Frage, ob Plattenfirmen das Recht haben, Musik aus der Vor-CD-Ära auf dem Medium zu veröffentlichen, ohne neue Verträge mit den Musikern auszuhandeln. Stellvertretend für die Musiker vertreten dabei die Anwälte von zwei deutschen Bands aus den 70er Jahren, Grobschnitt und Atlantis, die Position, dass Neuveröffentlichungen auf CDs eine "neue Nutzungsart" darstellen, die durch die alten Verträge nicht gedeckt ist. Die beiden Bands klagen in dem Prozess gegen Universal Music und Mercury Records. Da die CD erst 1982 auf den Markt kam, konnte die Verwertung von Musikstücken auf CD in vor 1982 abgeschlossenen Verträgen gar nicht vorkommen. Nachverhandlungen seien darum aus Sicht der Kläger notwendig. Plattenfirmen hingegen argumentieren, die CD sei lediglich der technisch zeitgemäße Nachfolger der Vinyl-Platten und sehen daher keinen Bedarf, alte Verträge nachzuverhandeln. Die bisherigen Instanzen im deutschen Rechtsstreit haben sich allerdings der Positon der Musiker angeschlossen, die vor allem in den Kopiermöglichkeiten der CD eine ganz neue Nutzungsart sehen, die durch die alten Verträge nicht gedeckt ist. Sollte auch der Bundesgerichtshof den klagenden Musikern Recht geben, könnten auf die Musikindustrie erhebliche Kosten zukommen. Auch wenn die Verträge für die Veröffentlichung auf CDs "nur" für Deutschland neu ausgehandelt werden müssten, wären die Verluste schon enorm, da das Land der weltweit zweitgrößte Musikmarkt ist.