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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Red Carpet Massacre

Duran Duran

Auch Gegner grober Vereinfachungen werden kein Schwert des Einspruchs schwingen, wenn man die Bandgeschichte der Jungs aus Birmingham, der "Fab Five", in drei Abschnitte unterteilt: beginnend mit dem selbst betitelten Debüt 1981 und einem der stilbildenden Klassiker überhaupt, "Rio", aus dem Jahre 1
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Auch Gegner grober Vereinfachungen werden kein Schwert des Einspruchs schwingen, wenn man die Bandgeschichte der Jungs aus Birmingham, der "Fab Five", in drei Abschnitte unterteilt: beginnend mit dem selbst betitelten Debüt 1981 und einem der stilbildenden Klassiker überhaupt, "Rio", aus dem Jahre 1982. Die Hysterie war groß, Andy Warhol zeigte sich entzückt, und die Kindergärtnerin aus dem Tunnel erklärte sie zu ihrer Lieblingsband.

New Romantic, schwüler Dance-Pop und die markante Stimme Simon LeBons verrenkten sich über die Synthie-Sounds eines Herrn Rhodes, dass es die Platten zu Millionen über die Ladentheke zog. Doch langsam wendete sich die Stimmung gegen Duran Duran. Die Außenseiter fühlten sich in vollen Stadien nicht mehr wohl, und schon waren die Stadien leer. Trennungen, Ideenlosigkeit, das Übliche.

Anfang/Mitte der 90er dann Kapitel #2: "Ordinary World" zog schmachtend neue Fans an und erinnerte die älteren daran, dass Duran Duran verdammt großes Pop-Entertainment darstellen. Ein halbes Jahrzehnt hielt der Hype, und dann ging es wieder rasant in den Keller ("Strange Behaviour" erzielte in UK nur LP-Platz 70 - Majestätsbeleidigung, aber verdient). Phase #3, bitte festhalten: 2004 erschien "Astronaut", und alles war wie früher, als Human League, Spandau Ballet und Ultravox noch Kollegen bei der "Second British Invasion" in den USA waren. Die anderen kennt dort kein Schwein mehr, doch für Duran Durans neues Album "Red Carpet Massacre" drehte sich die hochbezahlte US-Produzenten-Liga die Knöpfchen heiß: Nate "Danja" Hills oder Jimmy Douglas zum Beispiel.

Hört man das? Nö bzw. kaum, was dann auch den Reiz ausmacht. Faszinierend zeitlos in Stil und Ausdruck klingen die einstigen Bravo-Starschnitte auch kurz vor ihrem 30-jährigen Bandjubiläum, und irgendwie erscheint ein Justin Timberlake ohne die harte Vorarbeit der Herren LeBon, Rhodes und zig Mal Taylor nicht vorstellbar. Sexy ist das und hat schmale Hüften. Auch jetzt, gerade jetzt.