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Selbstbewusst und vorsichtig

Dúné live

Nach zahlreichen Gigs auf deutschen Festivals und im Tour-Vorprogramm bekannterer Bands starten Dúné den ersten Versuch, als Headliner hierzulande Fuß zu fassen.
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Nach zahlreichen Gigs auf deutschen Festivals und im Tour-Vorprogramm bekannterer Bands starten Dúné den ersten Versuch, als Headliner hierzulande Fuß zu fassen. Hat man sich einen Namen erspielt? Selbstbewusst und vorsichtig zugleich gehen die sieben Dänen dabei vor. Es gibt keinen Support, man will sich ja nicht die Zuschauerresonanz verfälschen lassen - stapelt mit dem Pretty Vacant aber auch nicht allzu hoch. Der kleine Club im Herzen der Düsseldorfer Altstadt fasst in seinem Gewölbekeller gerade mal 180 Besucher.

18.08. Düsseldorf, Pretty Vacant

Eine kleine Umstellung, hat man noch tags zuvor noch mit den Sporties und den Ärzten in der belgischen Kleinstadt Eupen vor etwa der hundertfachen Menge gespielt. Was nicht heißt, dass die Bühne heute hundertmal kleiner ist, dennoch haben Dúné mit gewissen Platzproblemen zu kämpfen. Der Veranstalter musste zusätzliche Bühnenelemente anfordern. Aber was soll's, Clubgigs seien "a bit cooler" hört man Sänger Kolstrup zur Begrüßung sagen, und man bekommt hier den ersten Dúné Gig in einem Laden mit weniger als 500 Menschen Fassungsvermögen seit zweieinhalb Jahren zu sehen. Soviel zur Statistik.

Nach einer letzten Runde Wodka-Taurin für die ganze Band geht es über die Kellertreppe und durch das dicht gedrängte Publikum auf die Bühne. Im Stehen können sie die Decke berühren, von der schon beim zweiten Song der Schweiß des größtenteils weiblichen Publikums perlt. Die von Festivals bekannte Live-Energie kommt hier natürlich noch mal eine Nummer intensiver an, die Band aber auch noch mal einen Tick jünger rüber. Altersdurchschnitt 20 Jahre, die Fans nicht viel älter. Es fällt zwar niemand vorne in Ohnmacht, aber ein wenig Bill Kaulitz ist schon dabei. Sänger Mattias Kolstrup lässt sich vom Hype treiben und holt sich wegen Übertreibung schlechte B-Noten im Posing ab, bringt aber mit seinem guten, klaren Gesang wieder alles in Ordnung.

Ohnehin ein gewohnt gut gespielter Gig der Dänen, heute mit dem Kylie-Cover "In Your Eyes" gekrönt. Ole Bjørn Sørensen, die eigentliche Attraktion der Band, spart mal wieder nicht mit seinen kranken Moves. Die Auskopplungen "Dry Lips", "80 Years", "Blast Beat" und "Bloodlines" bringen jeder für sich das Publikum auf den Siedepunkt, aber auch Songs der zweiten Garnitur wie "John Wayne vs. Mary Chain" überzeugen. Sie haben schon noch viel Potenzial, die sieben Dänen. Was sie aber auch bald mal wieder zum Songwriting nutzen sollten - Nach 13 Songs ohne Zugabe geht ihnen nämlich die Repertoire-Puste aus. Einmal Album plus Cover, das Minimum-Programm. "Go Go Valentina" setzt mit seinen Metal-Anleihen den kraftvollen Schlusspunkt, die letzte Bewegungsexplosion schlägt von der Bühne und die Zuschauer werden mit der schwebenden Keyboardmelodie im Ohr aus der Sauna entlassen.

Bei der Frischluftabkühlung vor der Tür nehmen sich Sänger Kolstrup und Gitarrist Troelsgaard Zeit für Autogramme und Fotos. Die Nachfrage ist hoch, das Experiment ist geglückt. Fünf Leute haben zum "ausverkauft" gefehlt. Die Clubtour im Winter kann kommen. Vielleicht gibt's dann ja auch mal neue Songs zu hören.

Auf der nächsten Seite findet ihr ein Live-Video zu Dúnés Kylie-Cover "In Your Eyes" und die Setlist des Abends.






Setlist:

"The Last Dinosaur in Congo"
"No Speed (naciskajacy czas)"
"A Blast Beat"
"John Wayne vs. Mary Chain"
"Dry Lips"
"Repeat It"
"Jack Beats Jim Leads"
"Why Discipline Control?"
"Bloodlines"
"Robot Beat"
"80 Years"
"In Your Eyes"
"Go Go Valentina"

Dúné - "In Your Eyes" (Live im Pretty Vacant, Düsseldorf)