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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die ganz große Geste

Duke Special

Der Duke liebt die alten Zeiten. Dabei hat sich der junge Ire gar nicht bewusst in diese Richtung orientiert, die Tradition hat ihn einfach so eingeholt. “Für mich war nur klar, dass ich keine gitarrenlastige Musik mehr machen wollte. Also entschied ich mich fürs Klavier – und als meine ersten Songs
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Der Duke liebt die alten Zeiten. Dabei hat sich der junge Ire gar nicht bewusst in diese Richtung orientiert, die Tradition hat ihn einfach so eingeholt. “Für mich war nur klar, dass ich keine gitarrenlastige Musik mehr machen wollte. Also entschied ich mich fürs Klavier – und als meine ersten Songs fertig waren, sagte ein Freund zu mir: ‘Hey, das klingt ja wie diese alten Music-Hall-Nummern!’” Bis dahin hatte der Duke von dieser urenglischen Entertainmentform noch nicht viel gehört, doch je mehr er darüber herausfand, desto mehr begriff er, dass genau das sein Ding war.

In der Music Hall bekam der gemeine Engländer bis in die 60er-Jahre hinein das volle Programm geboten: Bauchredner, Jongleure, Feuerspucker und die obligatorischen Komödianten – das Wichtigste aber war die Musik. Der jeweilige Interpret stimmte ein Lied an, und der ganze Saal sang aus voller Kehle mit. Die Besessenheit des Dukes mit seiner neu entdeckten Urtümlichkeit ging schließlich so weit, dass er bei frühen Aufnahmen immer das charakteristische Geknister alter Schellackplatten in den Sound mischte. Doch Duke Special auf diese spleenige Affinität zu reduzieren wäre zu kurz gedacht, denn in Wirklichkeit macht dieser Mann Pop mit ganz großer Geste, mit dem gewissen Mehr an Melodie und Gefühl. Das muss man sich erst mal trauen – und dann muss man es auch noch draufhaben. Seine Songs sind zeitlich schwer einzuordnen, weil sie einem schon beim ersten Hören als Allgemeingut erscheinen. Verständlich, dass er mittlerweile allerorten mit Kingsize-Namen wie Gershwin, Weill oder auch Divine Comedy in einem Atemzug genannt wird. Er kann es einfach.