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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Traffic Jam«

Duck Duck Grey Duck

Auch eine Kunst: 25 Songs auf ein Album zu packen, ohne dass es überladen, kunstfertig oder inkohärent wirken würde. Die lässigen Schweizer haben es einfach raus und den Psych-Rock-Groove für sich gepachtet.
Geschrieben am
Die Schweiz galt nie als Hochburg von Entwicklungen des Rock. Doch es ist wohl an der Zeit, sich dieser arroganten Grundhaltung zu entledigen, denn in diesem Land kocht seit ein paar Jahren ein langsam heißer werdendes Szene-Süppchen. Zwar ist das Nachbarland Österreich in Sachen Hype-Stabilität und Distinktionsgewinn durch Gruppen wie Bilderbuch, Granada oder natürlich Wanda dem Neutralitätsstaat weit überlegen, doch um die Genfer Duck Duck Grey Duck haben sich in den letzten Jahren auch andere Psych-Rock-Bands wie The Animen überregionale Bekanntheit erspielen können.

Für eine zweite Platte geht die Gruppe, deren Name auf Deutsch einfach nur zum Schießen bescheuert klingen würde, sehr mutig vor. Ganze 25 Songs hat sie ausgewählt, frei nach der Formel: Kunst vor Radio-Fame. Sehr sympathisch. Letztlich besitzt die Band aber doch genug Empathie für ihre Hörerschaft, um sie vor der Überforderung zu schützen. Die Stücke werden in vier Kapitel unterteilt – »Back Beat«, »Pop and Fast«, »French Connexion«, »Acid & Sweat« –, die ihre musikalische Ausrichtung mitunter schon im Titel tragen. Ganz so streng hält sich die Gruppe glücklicherweise nicht an diese Klammern, so ist die Platte auch gut in einem Rutsch zu genießen. Groovend, lässig und großartig produziert, gibt es auf der ganzen Strecke viel zu entdecken; und immer wieder verdichtet die Gruppe ihren knackigen Sound zu kleinen Songperlen wie »L’Homme Du Casque II« oder »Clash Fuzz«.

Casbah Records

Traffic Jam