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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

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Drugstore

"Na ja, das ist der Stil unserer Musik. Wir mögen eine Menge Raum. So trommeln wir dann vielleicht nicht genug. Aber ich denke, man muß im Interesse des Songs handeln", erklärt Mike. Und die brasilianische Sängerin Isabel ergänzt: "Im Gegensatz zum Konzert ist das ja auch eine ganz andere Situation
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Autor: intro.de

"Na ja, das ist der Stil unserer Musik. Wir mögen eine Menge Raum. So trommeln wir dann vielleicht nicht genug. Aber ich denke, man muß im Interesse des Songs handeln", erklärt Mike. Und die brasilianische Sängerin Isabel ergänzt: "Im Gegensatz zum Konzert ist das ja auch eine ganz andere Situation - eine Platte, die du dir zu Hause anhörst. Live ist da natürlich eine ganze Menge mehr Energie. Da gibt's dann eben mehr Drums auf der Bühne. Und die langsamen Stücke wirken ganz gut so, wie sie sind. Sie sind eben sehr leicht."
Das stimmt. Gerade letzere sind es auch, in denen Isabels Texte besonders zur Geltung kommen, die sich auf eine humorvolle Weise mit eher kosmisch/esoterischen Themen beschäftigen: "'Favourite Sinner' ist für mich z. B. so eine Art Metapher: Was wäre, wenn du die Chance hättest, denjenigen zu treffen, der das Universum erschaffen hat? Also, ich würde ihn gerne zur Rede stellen, weil es bei all den Dingen, die er gemacht hat, doch eine ganze Menge Müll gibt. So ist er doch auch nur ein ganz normaler Typ mit Fehlern, der arbeitet, nicht? In diesem metaphorischen Kontext habe ich eigentlich keinen Glauben. Ich glaube, daß wir heute hier sind, und das ist auch schon alles. Ich würde ihn aber trotzdem gerne treffen und schauen, ob's da wirklich jemanden gibt, der nach uns schaut. Weißt du, unsere Fehler vergeben, uns führen - so ein Zeugs. Aber da gibt's wohl leider nichts. Da ist nur Dunkelheit."
Was jetzt nicht heißen soll, daß DRUGSTORE düstere Musik machen. Z. B. covern sie live "She Don't Use Jelly" von den FLAMING LIPS, zu deren Fans sie sich zählen. Humor ist also ein Faktor, den man bei DRUGSTORE ruhig in Betracht ziehen darf. Zu guter Letzt interessiert mich noch, welche Eigenschaften ihnen denn als Musiker wichtig erscheinen, denn die Platte klingt sympathisch rauh und direkt. "Wahrheit, denke ich. Nicht zuviel Zeit und Einsatz damit verschwenden, alles perfekt zu machen. Zu versuchen, den Eindruck zu erwecken, daß da eine Band zusammen im Raum spielt. Ehrlichkeit auf jeden Fall", findet Mike. Daron (Gitarrist): "Spontaneität, Direktheit." Und Isabel: "Zu versuchen, einen Moment einzufangen." Was sich dann ja wieder mit ihrem Anspruch als Live-Band verträgt. Und live sollte man DRUGSTORE unbedingt gesehen haben.