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So war’s in Düsseldorf: Irisch rau

Dropkick Murphys + Frank Turner live

Die Dropkick Murphys sind bekannt für ihre ausartenden Liveshows. Zusammen mit Frank Turner als Support kann so eigentlich nichts schief gehen. Ging es auch nicht.
Geschrieben am

31.01.2013, Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Als erste Band des Abends tritt mit Chryssis ein Nebenprojekt des Tote Hosen-Schlagzeugers Vom Ritchie auf. Handwerklich zwar guter Punkrock, in der großen Halle wirkt die Band aber verloren und wird vom Publikum nur selten mit Aufmerksamkeit bedacht.

Mit der Größe der Halle hat der zweite Support-Act hingegen keine Probleme. Frank Turner hat mit seinen Sleeping Souls im vergangenen Jahr schon die Wembley Arena gefüllt. Auch heute bietet der englische Folkpunker eine großartige Show. Das Publikum singt und tanzt begeistert zu den Songs über Liebe, Whiskey und das Leben im Allgemeinen. Mit »Four Simple Words« gibt er sogar einen kleinen Vorgeschmack aufs anstehende Album.



Nach diesem guten Auftakt betreten die Dropkick Murphys als Hauptact die Bühne und starten gleich mit »The boys are back and they’re looking for trouble«. Kaum sind die ersten Zeilen der neuen Single verklungen, hat die Band das Publikum auch schon fest in ihrer Hand. Die Dropkick Murphys gehören mit ihrem Mix aus Punk, Hardcore und traditionellem irischem Folk auch im 17. Jahr ihres Bestehens noch nicht zum alten Eisen. Eine ganze Palette Klassiker und die Songs des neuen Albums »Signed And Sealed In Blood« vermischen sich zu einer extrem tanzbaren Tinktur, die man in der Form sonst maximal von den befreundeten Flogging Molly kennt.

Dabei ist Sänger Al Barr sogar durch eine Erkältung angeschlagen. Das hat aber den Nebeneffekt, dass seine eh schon sehr raue Stimme noch ein bisschen kantiger klingt und so einen noch größeren Kontrast zum Gesang von Bassist Ken Casey bildet, der für die melodischeren Gesangseinlagen verantwortlich ist.

Als einer von mehreren Höhepunkten steigt Frank Turner zu den Dropkick Murphys auf die Bühne und spielt bei ihrem Hit »I’m Shipping Up To Boston« mit. Am Ende entern sogar noch gut 100 Fans die Bühne, um bei »End Of The Night« im Chor mitzusingen.

Nach einem Cover von AC/DCs »T.N.T.« ist die Show nach knapp 90 Minuten vorbei. Zurück bleiben ein wohliges Gefühl im Bauch, blaue Flecken an Armen und Beinen und ein unerklärliches Verlangen nach einem Pint Guinness auf der Zunge. Womit der Beweis erbracht wäre, dass die Dropkick Murphys immer noch in der Lage sind, multiple Sinne zu reizen.