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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Flame

Dover

Dover zählen seit bald einem Jahrzehnt zu Spaniens Vorzeige-Gitarren-Fraktion. Die Schwestern Cristina (Gesang/Gitarre) und Amparo Llanos (Gitarre) melden sich mit ihrem bereits sechsten Album. Geboten werden zwölf Songs in einer guten halben Stunde, was auf eine Besinnung auf das Wesentliche s
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Dover zählen seit bald einem Jahrzehnt zu Spaniens Vorzeige-Gitarren-Fraktion. Die Schwestern Cristina (Gesang/Gitarre) und Amparo Llanos (Gitarre) melden sich mit ihrem bereits sechsten Album. Geboten werden zwölf Songs in einer guten halben Stunde, was auf eine Besinnung auf das Wesentliche schließen lässt. Derartige Herangehensweise wurde in letzter Zeit gerade durch namhafte The-Bands forciert. Aber bei Dover liest man kein The – und hört es auch nicht. Dover haben ihre Einfl üsse in einer Ära, die ohne Artikel im Bandnamen und 60s-Garage-Punk-Reminiszenzen auskam. Ich denke da an Violent Femmes, den Punk’n’Roll von Social Distortion, aber auch an spätere Helden wie Nirvana, und bei raueren Passagen kommen einem bisweilen Assoziationen zu Kathleen Hanna. Es kratzt, ist schnörkellos und geradeaus. Bei Anderthalb-Minuten-Nummern wie ›My Fault‹ oder ›One Black Day‹ stehen Powerchord-Riffs im Vordergrund, minimal und auf den Punkt, und der Gesang von Senora Llanos röhrt in schönster Ms.-Love-Manier. Das hört sich alles nach einer Rock-Platte nach Maß an. Direkt und ohne große Wert-Legung auf momentane Strömungen im Indie-Gitarren- Bereich. Schade nur, dass nach Krachern wie den Erwähnten Tracks wie ›Mi Sombrero‹ oder ›Honest‹ folgen, die sich nach zusammengeschriebenen Schnellschuss-Kaugummi- Nummern anhören. Das schmälert das Gesamtbild eher, als dass es durch Facetten-Reichtum komplettiert wird. Im Endeffekt bleibt ein fader Nachgeschmack, der ein bisschen an die Neutralität von Esspapier und im schlimmsten Fall an Schon-mal-gegessen erinnert. Bietet aber eine wunderbare Überleitung zur nächsten Platte.

Speedway, die Formation aus Schottland um Frontfrau Jill Jackson, liefert mit ›Save Yourself‹ ihr Debüt ab. Der Vierer bleibt in der bei Dover beschriebenen Kaugummihaftigkeit direkt kleben. Lassen wir Per und Marie von Roxette den Gain-Regler von fünf auf neun drehen, Amanda Marshall ihren Soul zu Hause vergessen und Vonda Shepard Gitarre spielen. Durchzug galore. In einer großen Teenie-Zeitung, die auch der Kelly Family zu Erfolg und kurzen Haaren verhalf, war zu lesen: Speedway rocken total. Noch Fragen?