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Flaggenschändung oder Schabernack?

»Don't tell Putin!«

Die Bloodhound Gang hat einen Feind mehr. Bassist »Evil« Jared sorgt mit seinem unorthodoxen Flaggentanz für Ärger mit der russischen Polit-Elite.
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Die Bloodhound Gang ist weltweit für ihre etwas eigene Interpretation von Manieren bekannt. Demnach hat sich die amerikanische Band in den letzten Jahren in so einigen Ländern mit ihren Aktionen nicht gerade beliebt gemacht. Mit ihrem Auftritt am 31.Juli in Odessa (Ukraine) ärgerte die Band nun einen der mächtigsten Männer der Welt, Vladimir Putin.

Grund für die Verstimmung: Bassist und Krawallbruder »Evil« Jared Hasselhoff hatte sich während der Show mit den Worten »Don't tell Putin « eine russische Flagge in seine Unterwäsche gestopft. Die Aktion wurde von zahlreichen Fans per Kamera aufgenommen und erreichte so über das Internet in Windeseile eine virale Verbreitung in der Ukraine und Russland. Ein klarer Fall von Flaggenschändung, so die einhellige Meinung der Medien im ehemaligen Sowjet-Reich, in dem erst vor kurzem Nationalisten durch offenbar staatlich geduldete Bestrafungsaktionen gegen Homosexuelle aufgefallen waren.

 


 

 

 

Als sofortige Reaktion meldete sich der russische Kulturminister Wladimir Medinsky in einem Tweet zu Wort: Die Bloodhound Gang müsse »ihre Koffer packen«, sie wären »Idioten« und er würde nicht zulassen, dass sie im russischen Kuban beim dortigen Musikfestival wie geplant performen dürfen. Die Band reiste dann auch freiwillig mit eingezogenen Köpfen wieder ab. Hasselhoff entschuldigte sich nach Angaben der Nachrichten-Seite Yuga.ru gar für den Vorfall, indem er behauptete, dass es eine Tradition sei, dass alles, was auf die Bühne geworfen werde, auch »durch seine Hose muss«.

 

 

 

Die Ernsthaftigkeit dieser Aussage darf indes bezweifelt werden, da man in den Videoaufnahmen zum Vorfall die Russland-Flagge bereits vor der Aktion auf der Bühne hängt sieht. Zudem ist zu sehen, dass der 41-jährige Bassist unmittelbar zuvor eine ukrainische Flagge in der Hand hält und droht, diese für seinen »Spaß« zu missbrauchen. Er entscheidet sich dann aber feixend für das russische Exemplar. Demnach fällt es schwer, Hasselhoff hier kein politisches Statement zu unterstellen. Möglich allerdings, dass er durch seine humorige Entschuldigung vor allem einem juristischen Nachspiel vorbeugen wollte. Nach russischen Gesetzen steht auf die »Entehrung von Staatsymbolen« eine Strafe von maximal zwei Jahren Freiheitsberaubung.