×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»After«

Doe Paoro

Große Stimme, exaltierte Hobbys und eine einsame Reise durch das tibetische Hochgebirge – Trigger-Begriffe, die Hauptstadt-Yogis, Hipster und erhabene Synthie-Pop-Momente einen könnten. Aber Doe Paoro will zu viel und verirrt sich in den Möglichkeiten.
Geschrieben am
Wer vor der Veröffentlichung von »After« schon die lahme Single »Nostalgia« und auch das viel bekömmlichere »Growth:Decay« hörte, muss definitiv einen falschen ersten Eindruck von Doe Paoros zweitem Album bekommen haben, denn die beiden leicht zugänglichen Dance-Pop-Schmachtlieder vermitteln nur eine unvollständige Inhaltsangabe. Schon eine Suche im Internet nach Videos schafft da Abhilfe, schließlich bilden diese ein treffend ambivalentes Bild Paoros zwischen tiefgründig intellektuellen Klangskulpturen mit Cello und Gesang und schnöden Product-Placement-Auftritten mit Synthesizern und Vocal-Effekten ab.

Diese hypersensible Unentschlossenheit trifft auch auf das Album der Singer/Songwriterin zu. Einerseits ist es mit einer Who’s-who-Liste toller Produzenten und Ko-Songwriter gespickt, andererseits klingt es hastig und unbeholfen zwischen verschachtelt verspieltem R’n’B, Soul-Miniaturen und den bereits erwähnten Schmachtliedern wie »Outlines«. So hat »After« den wahrscheinlich unfreiwilligen Effekt, sehr unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig zu über- und unterfordern: Eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten, die am Ende nicht aufgeht und keinen wirklich glücklich machen kann.
– Doe Paoro »After« (Anti- / Indigo / VÖ 25.09.15)

Doe Paoro

After

Release: 25.09.2015

℗ 2015 Anti, Inc.