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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Nu Romantix

DMX KREW

Als ich letztes Jahr das erste Mal mit dem musikalischen Schaffen von Ed Upton, dem Mann hinter der DMX KREW und zugleich "Breakin'"-Chef, konfrontiert wurde, hielt sich meine Begeisterung eher in Grenzen. Kollege Glietsch hatte "Freshhh" zur Platte des Monats gekürt und Elektro als DAS Ding abgefei
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Autor: intro.de

Als ich letztes Jahr das erste Mal mit dem musikalischen Schaffen von Ed Upton, dem Mann hinter der DMX KREW und zugleich "Breakin'"-Chef, konfrontiert wurde, hielt sich meine Begeisterung eher in Grenzen. Kollege Glietsch hatte "Freshhh" zur Platte des Monats gekürt und Elektro als DAS Ding abgefeiert. Nun gut, ich denke, richtig innovative Sachen gibt es sowieso nur sehr selten, und deswegen kann man auch "Nu Romantix" als konsequenten Nachfolger in einer bestimmten Liga entweder saucool oder einfach nur doof finden. Bands wie DEAD OR ALIVE oder ähnliche frühachtziger Synthie-Gesangs-Popbands haben mein Leben auch damals nicht berührt, aber die DMX KREW versteht zumindest ihr Handwerk wie kaum jemand, wenn es um eine möglichst originalgetreue und zeitgemäße Adaption der Sounds geht. Melodiebögen, die beim ersten Hören das klassische "Das kenn' ich, Mist, wer war das doch gleich?" hervorrufen und auf jeden Fall sentimentale Gefühle für eine ganze Generation auslösen können (Texte bitte im Booklet nachlesen!).
Wer nun aber davon ausgeht, daß die Labelcompilation von "Breakin'" bloß wegen der obskuren Vorlieben Ed Uptons auch in dieselbe Richtung geht und dem Kitsch vergangener Tage frönt, der täuscht sich gewaltig. "Breakin'" ist quasi das progressive Outlet eines technisch versierten Menschen, und Entsprechendes scheppert auch aus den Boxen. BASS JUNKIEs "In Bass No One Can ..." im letzten Monat machte dies sehr deutlich, aber auch der Rest von BASS POTATOE, MANDROID oder K ROCK offenbart den Hang zur Neudefinition des Elektro-Begriffs. Rhythmisch zwar sehr festgelegt, wird der den Beat umgebende Raum in all seiner Bandbreite genutzt und mit musikalischen Kleinodien aus den Tiefen hochkomplizierter Maschinen gefüllt. Atmosphärischer, als ich erwartet hatte, auch wenn der Old School-Aspekt als Basis des Ganzen immer dabei ist. Vielleicht in Anlehnung an DAVE CLARKs "Electro Boogie II" gibt es zum Schluß auf der CD noch einen Bonus-Mix von ED DMX. Vierzehn Tracks in neun Minuten, die auch als 12" erscheinen. Eine gute Sitte, die sich ruhig einbürgern darf.