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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Zukunftsmusik«

DJ Hell

Der alte Mann und das Mehr: DJ Hell geht auf seinem neuen Album klanglich und bedeutungsmächtig in die Vollen.
Geschrieben am
DJ Hell war in der jüngeren Vergangenheit eine meist etwas unter dem Radar laufende Künstlerpersönlichkeit, zumindest hierzulande. Während er international sehr geachtet ist, was sich auf der letzten LP »Teufelswerk« in Features mit Bryan Ferry und P. Diddy ausdrückte, weiß hier zwar jeder, wer Hell ist, aber den großen Ruhm hat er nicht eingefahren. Das möchte er mit seinem neuen Werk »Zukunftsmusik« ändern. Dementsprechend wurde für die erste Single »I Want U« Tom of Finland, der für seine Fetisch- und Gay-Zeichnungen bekannt ist, als Videoregisseur engagiert. Hell möchte es noch mal wissen und an die großen Tage der Munich Disco anschließen. Das Erbe dieser Ära um das Jahr 1980 war schon immer treibende Kraft in seinem Werk. Er will quasi rückblickend in die Zukunft segeln und denkt dabei an Walter Benjamins »Engel der Geschichte«. Und so, wie dieser Engel vom Sturm, den man Fortschritt nennt, mitgerissen wird, so reißt auch die »Zukunftsmusik« mit. Der Blick fällt auf Giorgio Moroder, aber auch auf Tangerine Dream, auf die Entschiedenheit des Punk und die überwältigende Kraft des frühen Techno. Dabei klingt kaum ein Produzent so gegenwärtig wie DJ Hell. Jugendkultur aufgesaugt in einen nicht mehr ganz jungen Körper (auch wenn sich Hell immer bewusst jugendlich gibt). Für den Mainstream bleibt das wohl weiter zu sperrig, kann aber mit Stars wie Daft Punk mithalten.

DJ Hell

Zukunftsmusik

Release: 12.05.2017

℗ 2017 International DeeJay Gigolo Records