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DIVERSE MIT DIVERSEM DRAUF

Das Kölner Label "MZEE", seines Zeichens Geburtshelfer - mit allerdings zunehmend abnehmendem Einfluß - der hiesigen HipHop-Szene, droppt ob des verflixten 7. Labeljahres Part II der Compilation-Reihe "The Sound Of Mzee" (Mzee Records / EFA). Abermalige Intention ist die Veröffentlichung zumeist bek
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Autor: intro.de

Das Kölner Label "MZEE", seines Zeichens Geburtshelfer - mit allerdings zunehmend abnehmendem Einfluß - der hiesigen HipHop-Szene, droppt ob des verflixten 7. Labeljahres Part II der Compilation-Reihe "The Sound Of Mzee" (Mzee Records / EFA). Abermalige Intention ist die Veröffentlichung zumeist bekannten, teils geremixten oder sogar vereinzelt unveröffentlichten Materials als Do-CD, und das zum Preis des Solo-Silberlings. So treffen Klassiker von Cora E, der Massiven Töne oder der Stiebers auf - bis dato eher szenekundiger Hörerschaft vorbehaltene - unveröffentlichte Tracks des "MZEE"-Neu-Signings Lyroholiker oder des aus dem Curse- und Busy-Umfeld stammenden Rano. Dieser steckt mit seinem "Dreckig Und Lässig"-Track - neben zwei allerdings schon älter erscheinenden MC-Rene-Parts und dem Fusionscut "Blaues Blut" feat. Wasi, Reen, Ferris und Konsorten - klar den Interessantheitsgehalt der ersten CD ab. Part II gehört dann einzig den Beats & Breaks, aus denen angenehm chillig und laid back der Tripple-Pack des Enfant Terrible Mr. Kolute hervorsticht. Echt catchy außerdem die Sneak-Preview-Shortcuts aus kommenden Alben am Ende beider CDs. (Mirko Krause)
Wer aus Norwegen kommt und saftige, phatte und basslinebasierende House-Tracks unter das Volk bringen will, hat es bestimmt nicht leicht. Ergo sind Lizensierungen der Titel ein guter Zug, und alle haben was davon. Die beiden Labels "+47" und "Love OD" haben nun ausgepackt und bringen noch einmal die Hits der letzten 1 ½ Jahre auf den Tisch, die uns eher aus den renommierten Häusern "Ferox", "Music Man" oder "Paper" bekannt erscheinen: "FBU: Recollections In Rare Altitude" (+47 / Love OD / EFA). Hüftenschüttler wie Those Norwegians sind am Start, aber auch Per Martinsens Mental Overdrive, Illumination und Ultraviolet wurden aus dem Release-Dschungel gezogen. Und um den Reiz noch zu erhöhen, darf man sich auch gleich den Idjut-Boys-Remix von "About Jazz" und die Stacey-Pullen-Version von "Union" genehmigen. Um die Selbstbeweihräucherung aber nicht zu übertreiben, kommen aus dem hohen Norden auch zwei Neuzugänge: Krisps "Fleet" und Erots "Haribo". Hoch fliegen, tief tanzen.
Den treuen "Perlon/Neuton"-Käufer erwartet mit der Kat.-No. 10 eine besondere Perle: "Superlongevity" - acht neue Tracks, achtmal exklusive Sounds from Offenbach, die das Konzept der Unordnung perfekt widerspiegeln. Hombre Ojo und Ricardo Villalobos, Dimbiman und Markus Nikolai, Narcotic Syntax und B.Wild: hier treffen Gegensätze aufeinander und bilden eine seltsame Einheit aus sehr verspielter Tüftelei, Südamerika-Vorliebe und latenter Deephouse-Neigung. In sich homogen gestaltet, entfaltet sich der Reiz der Tracks erst richtig in ihrer Kombination mit den Konterparts. "Superlongevity" heißt Überraschung, erfordert Wachsamkeit und Offenheit, repräsentiert den Idealzustand. Spannung erhöht den Reiz, sichert das Überleben und "Perlon" seinen Weg. (Daniel Karg)
Jazzanova allenthalben momentan - die Mitglieder des Megahypes der Stunde aus Berlin können wahrscheinlich allein mit den Compilation-Lizensierungen ihrer ungefähr fünf Tracks ihre komplette Miete bezahlen und öfters mal schick Essen gehen. So kam natürlich auch "Warp Factor 2" (Kingkladze / P.P. Sales) nicht an dem Team und "Atabaque" sowie aus dem gleichen Stall Extended Spirit vorbei. Im Windschatten des Zugpferds gibt es schöne, manchmal zu schöne Nu-Jazz-Listening-Tracks von eher unbekannten Beat-Fricklern wie Mo Horizons oder Klassisches von Clara Moreno (Jephte Guillaume) und sogar die Flamingos featuring Jose Feliciano zu hören. Also, den Herren habe ich wohl auf noch keiner CD - wohin diese Geschmäcklerischkeit führen kann ... Sehr schön zum Frühstücken. Und auch XLR8R", das "führende amerikanische Elektronik-Magazin", setzt bei seiner Heft-Compi "Convergence" (OM Rec. / RTD) auf die Berliner Neujazz-Freunde ("Fedime's Flight") - neben toften Tracks von "Ferox'" Russ Gabriel, "Jazz Fudges" The Isolationists, DJ Vadim und DJ Primecut, "Protocol"-Drum'n'Bassler Bill Riley sowie Fila Brazillia, Meat Beat Manifesto oder Endemic Void. Wegen der ausführlichen Erläuterungen sehr gut für ungebildete Amis und immer noch ein brauchbar bunter Abriß für uns Europäer am Puls der Zeit. Ganz der anderen Seite des Atlantiks gehört natürlich der neue "Rawkus"-Sampler "Soundbombing II" (Rawkus / RTD): die US-Version von "Superrappin'" wurde von zwei Beat-Junkies gemixt und vollgestopft mit exklusivem Super-HipHop u. a. von Indi-Aktivisten wie Black Star, Cyclops 4000 oder natürlich Company Flow, aber auch Major-Hoppern wie Common, Sadat X, Kodderschnauze Eminem oder der überragenden Bahamadia. Prüft das. Sehr europäisch dagegen die Compilation zur kleidsamen Tasche, "The Airbag Compilation" (OtL / Neuton), die sich von pluckerndem LoFi-Listening etwa von Lowtec oder Don Disco bis House von Memory Foundation und Techno von D.Man steigert. Alles sehr sophisticated, versteht sich, und größtenteils aus dem Umfeld der Heidelberger "Source Records" / "R.a.n.d.-Muzik" rekrutiert, neben Werken von "Playhouse" und "Klang Elektronik". Alle Tracks unreleased - lohnt sich, wenn Ihr mal gerade kein Electronic Listening im Haus habt. (Florian Sievers)
Eine Schallplatte für die Freunde und -dinnen des guten Geschmacks ist "Future Lounge 02" (Stereo de Luxe), sagt zumindest das Label. Einen guten Geschmack glaubt heutzutage doch jede/r sein oder ihr eigen nennen zu können. Wer also fällt genau in diesen Zielgruppenrahmen? "Stereo de Luxe" mit Hauptquartier in Nürnberg, nicht gerade die Hauptstadt der bundesdeutschen Clublandkarte, wissen Termini wie "Cool", "Lounge", "Trip", "Hop" und "Latin" korrekt und mit der nötigen Lässigkeit zu buchstabieren. Auf "Future Lounge 02" erscheinen die Grooves von Modaji, Karminsky Experience, Trio Elétrico, Jay Jay Johanson, Pat Berry oder von Organic Audio. Das beherrschende Instrument neben unsagbar viel Hall ist das Piano, das nicht selten nahezu kubanisch von einer Enklave zur nächsten rhythmisiert, während es andernorts einige Eiszapfen auf den Kühlschrank-Funk herabperlen läßt. Mal rüttelt und rattelt es perkussiv im Hintergrund, mal wummern digital ausgehöhlte Baumstämme im Vordergrund. Das verschafft Abwechslung - beachtlich, denn die ansonsten vorherrschenden rein instrumentalen Strukturen haben ja schon manch langweilige Rhythmus-Dauerschleife als Endergebnis gezeitigt. Einsamer Höhepunkt indes ist der Track "Tell The Girls ...", mit dem Jay Jay Johanson aufzeigt, wie Fred Astaire und Ginger Rogers im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung klingen könnten. (Björn Döring)
"Drum'n'Bass Pressure" steht auf dem Cover von "Wicked Wax Vol. 6" (Dreamtone / RTD) und gibt die Richtung vor. Auffe Fresse, mit rollenden Hardsteppern und mordsmäßigem Dröhn. "Wicked Wax" vereint mal wieder Trommel&Bass-Frickler aus heimischen Gefilden wie Mighty Flores, D'Headbanga, Black Raw (neues Q-Clones-Projekt), MTC Yaw & MC Santana usw. Bißchen zu viel Two-Step für meinen Geschmack. Und die allgemeine Sinnkrise im D'n'B soll jetzt mal nicht erörtert werden: macht nämlich durchaus Spaß, das hier. (Oliver Bresch)
Zu guter Letzt kommt nach der '97er-Überraschung (INTRO #51) mit "Monolithic Minds Vol. 2" (artelier / Indigo) jetzt die Fortsetzung des schwedischen Drum&Bass-Hammers: wieder wechseln sich jazzig-verspielte Tracks mit wahren Brettern ab, meist sehr elaboriert und immer way funky, das Ganze. Alte Bekannte von Vol. 1 sind nur Eclectic Bob und Grand Nip, die damals schon überragten. Unter den Newcomers fallen v. a. die sehr perkussiven und erfrischend minimalistischen Spinform, die "schmerzvollen" Darchives und die punkigen Perphane positiv auf. (Sascha Karminski)