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Gyration - Tecstep Troopers

DIVERSE

Mittlerweile sind die Labels von Drum'n'Bass-Deutschland ja schon so lange im Business, daß sie sich Label-Compilations mit Rückblicken und "Best of"-Zusammenstellungen leisten können. Nach den Kölnern "Groove Attack / Krush Grooves" letztens nun also "Gyration" aus Frankfurt und "Wicked Wax" aus de
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Autor: intro.de

Mittlerweile sind die Labels von Drum'n'Bass-Deutschland ja schon so lange im Business, daß sie sich Label-Compilations mit Rückblicken und "Best of"-Zusammenstellungen leisten können. Nach den Kölnern "Groove Attack / Krush Grooves" letztens nun also "Gyration" aus Frankfurt und "Wicked Wax" aus der Ex-Hauptstadt Bonn. "Gyrations" Tecstep-Troopers marschieren mit mächtig viel Gedröhn und ganz großen Pauken und Trompeten ein - dunkler, dröhnender, unsanfter Techstep mit Flirr-Bässen und ordentlich Wumms regiert einen Großteil der Releases. Seit 1996 schmiedet Macher Steve Auerbach a.k.a. STEVE STITT von POWER SUPPLY schon an der dunkleren Ecke des Tanzflurs. Unter den zehn Tunes seiner Compilation (vier davon unveröffentlicht) sind dabei so unschlagbare Hits wie PANACEA/WARFAREs "Species II" (extrem funky für seine Verhältnisse), der moody Chord-Stepper "Jilted" von BRUBAKER sowie der rauf und runter gespielte MAKAI-Remix-Hit "Red Weed" - im Original von POWER SUPPLY, hier mit dicken OldSchool-Reminiszenzen. Etwas ruhiger, aber natürlich immer noch mit tiefdunkler Stimmung lassen es da nur TYRELL bei "Resonance" sowie POWER SUPPLY mit der ersten "Gyration"-VÖ "Orion" angehen. Das Artwork von "Tecstep Troopers" ist ungewöhnlich für so futuristisch-orientierte, metallharte D'n'B-Werke: Statt öder Urbanismen und glänzender "Blade Runner"-Wolkenkratzer gibt es gelb-weiße Buntstift-Zeichnungen von einer glücklichen, halbnackten Familientruppe mit Kopfhöreren auf den Ohren zu sehen. Ein schönes Spiel mit den Erwartungen und ein klasse Gegenpol zur Musik. Und ist es etwa ein Omen, daß der letzte Track dieser Platte (von RAYMAN) "Foreplay" heißt?
Nicht ganz so sehr auf die Kacke hauen da die Bonner von "Wicked Wax": Der dritte Teil ihrer CD-Compilation-Reihe mit lauter exklusiven Tracks läßt alles ein bißchen ruhiger angehen, und es dauert, bis die Hits kommen. Der Mannheimer KRASQU'N fällt zuerst auf mit coolen analogen Filter-Bässen und Grusel-Atmosphäre. HEXER a.k.a. MYER von DOTS & DASHES aus Bielefeld gibt sich im Gegensatz zu seinen Hauptprojekten gerader und Tanzflächen-orientierter und droppt Psycho-Style '98. Der erste richtige Hit stammt dann von RECYCLE aus dem Kölner Vorort Düsseldorf: "Float" bringt klasse Fiepen, Schienenquietschen und "Ghost In The Shell"-Samples. MIGHTY FLORES verwendet dagegen KRS-ONE/BLONDIE, und MUSIC MASTER MAT aus Mannheim sagt "Allright Ladies - Lights Out" und läßt dann "Lightsout", den Hit dieser Platte, abfahren. Weitere Tracks stammen von dem omnipräsenten Tausendgesicht Alex Buchal aus Hannover (hier als L.X. und Q-CLONES), der hauseigenen SAVAGE CREW (Bremen), UNIQUEs E.DECAY sowie der allmächtigen BASSLINE GENERATION. Richtig rund geht's aber erst beim letzten Track, "God Blood" von D'HEADBANGA aus Nürnberg: Heavy Metal-Gegrunze trifft auf Brutalo-Breaks, die jeden Dancefloor wrecken. Kein Wunder, bei dem Namen.