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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Twenty-One Years Of Beggar's Banquet Records

DIVERSE

Ein bißchen gelogen, der Titel dieser ansonsten wirklich schicken kleinen Jubiläums-Kompilation - das älteste Stück ist nämlich von 1980, was ja nicht twenty-one, sondern eighteen years her ist. Ansonsten aber ein vielfältiges Vergnügen, getrübt allenfalls von einer Träne im Knopfloch des einen oder
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Autor: intro.de

Ein bißchen gelogen, der Titel dieser ansonsten wirklich schicken kleinen Jubiläums-Kompilation - das älteste Stück ist nämlich von 1980, was ja nicht twenty-one, sondern eighteen years her ist. Ansonsten aber ein vielfältiges Vergnügen, getrübt allenfalls von einer Träne im Knopfloch des einen oder anderen, der alt genug ist, um dabeigewesen zu sein. Auch ein Stück gegenwartsmusikalischer Zeitgeschichte also. 1977 gründete der Londoner Plattenladenbesitzer Martin Mills sein Label "Beggars Banquet" vor allem deshalb, weil er als LURKERS-Fan eine Platte seiner Lieblingsband veröffentlichen wollte. Ja, so war das damals, als sich in bestimmten Kreisen, die keine Lust mehr hatten, so einiges und auch mal ein Labelprofil nach dem zu richten hatte, was erlaubt war, weil's gefiel. Gerade als das neue Jahrzehnt begonnen hatte und auch in jenen Kreisen allerorten die Unschuld verloren wurde, begann Mills' Label nicht unerheblich an Ansehen und Einfluß zu gewinnen und mit Acts wie BAUHAUS, THE ICICLE WORKS oder THE FALL das, was man in vielerlei Facetten und Spielarten bald PostPunk und Wave nennen sollte, mitzuprägen, ohne sich anzubiedern oder das Gesicht zu verlieren. Ganz nebenbei wurde dabei hin und wieder mal in Gestalt etwa einer JOHN CALE- oder COLIN NEWMAN-Platte auf die Stilväter der ersten oder zweiten Generation hingewiesen. Geschmack und Stilbewußtsein waren entscheidender Bestandteil von "Beggars Banquets" Konzept von Erfolg, was sich immer, so auch hier, im eleganten, aber unspektakulären Artwork niederschlägt: Man ist, wer man ist, und zeigt, was man hat, verzichtet auf Linernotes und Selbstbeweihräucherung, versteht von Schatten ebensoviel wie von Licht, einfaches Tracklisting und Abbildungen der Cover der Platten, von denen die versammelten Stücke stammen. Respektabel, das; reicht vom BAUHAUS-Splitter LOVE & ROCKETS über THE CULT und die Ex-GO-BETWEENS ROBERT FORSTER und GRANT McLENNAN bis zu immer noch "Indie" genannten Helden unserer Tage wie BUFFALO TOM und Eigensinnlern wie den wunderbaren SWELL oder COME. Neben all dem übrigens einer der wenigen Sampler, die man nicht nur als Sammlung einzelner Stücke, sondern auch als ganzes Album von Anfang bis Ende durchhören kann.