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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

About Songs Vol. 2

Diverse

Mixtapes sind anachronistisch und schön. Ihre Schönheit ergibt sich dabei aus der Energie, die man in sie hineinsteckt. Seltsamerweise scheint das eine das andere zu steigern; zumindest in Zeiten, in denen viele Menschen mit weniger als 1000 Songs in der Tasche nicht einmal mehr zum Bäcker um die Ec
Geschrieben am
Mixtapes sind anachronistisch und schön. Ihre Schönheit ergibt sich dabei aus der Energie, die man in sie hineinsteckt. Seltsamerweise scheint das eine das andere zu steigern; zumindest in Zeiten, in denen viele Menschen mit weniger als 1000 Songs in der Tasche nicht einmal mehr zum Bäcker um die Ecke gehen würden. Dementsprechend angenehm kommt diese Compilation daher, denn sie ist so, wie ein Mixtape sein sollte: Ein Mensch setzt sich hin, in seinem Kopf entsteht die Vorstellung, was eine Stunde Musik erzählen will, er sammelt Songs, wägt ab, wählt aus, verwirft, legt eine Reihenfolge fest und schreibt zum Schluss das ganze Booklet mit Anekdoten zur Musik voll. In diesem Fall heißt der Mensch Jörg Tresp, ist Labelchef von DevilDuck Records und sein Fachgebiet Songwriting. Dass hier nicht allzu viel Neues präsentiert wird, liegt in der Sache selbst. Dass diese Scheibe exzellent zur jetzigen Jahreszeit passt, auch. Rogue Wave eröffnen einigermaßen euphorisch mit „Bird On A Wire“, Okkervil River schließen mit „So Come Back, I Am Waiting“ unfassbar zerbrechlich, und dazwischen verbinden sich Eagle*Seagull, Say Hi To Your Mom, Two Gallants, Tim Seely’s Funeral Music, I Am Kloot und was nicht noch alles thematisch und musikalisch zu einem großartigen Soundtrack des Herbstes. Als Bonus gibt es ein Vorwort von Posies-Chef Ken Stringfellow, in dem er in recht universitärem Englisch erklärt, was Musik mit dem Gehirn im Allgemeinen und mit ihm im Speziellen anstellt. Alle, die bis jetzt noch kein Herbst- bis Winter-Mixtape ihr Eigen nennen dürfen, können sich ab sofort bedenkenlos von Jörg Tresp beschenken lassen.