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Aufnahmezustand

Diverse

DVD-Compilation, die nächste. Nach einer doch recht beachtenswerten Reihe an Samplern kommt der „Aufnahmezustand“ nun auf DVD und wirft bei mir wieder einige Fragen auf. Als Überfrage wäre da: Warum sollte man so was kaufen? - Um mal ganz den oft verlangten Servicegedanken von Rezensionen zu pushen.
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DVD-Compilation, die nächste. Nach einer doch recht beachtenswerten Reihe an Samplern kommt der „Aufnahmezustand“ nun auf DVD und wirft bei mir wieder einige Fragen auf. Als Überfrage wäre da: Warum sollte man so was kaufen? – Um mal ganz den oft verlangten Servicegedanken von Rezensionen zu pushen. Die Frage beantwortet sich aber mit einem kurzen Zappen durchs so genannte Musikfernsehen eigentlich von selbst. Somit haben wir doch schon ein schönes Kaufargument. Kommen wir also zur Zusammenstellung, denn die Idee eines DVD-Samplers alleine reicht ja noch lange nicht. Hier geht es um die neue deutsche Vielfalt, also nicht nur um Künstler aus dem deutschsprachigen Raum, sondern, wie auch schon bei den CD-Compilations, auch Künstler, die auf Deutsch singen. Dass das alleine nicht für Qualität sorgt, dürfte jedem klar sein. So also zur Musikauswahl, und da sind wirklich schöne Sachen zu finden: Gegen Tocotronic und Die Sterne wird kaum einer etwas einzuwenden haben. Und Klee, Quarks, Mediengruppe Telekommander, Superpunk, Moulinettes u. v. m. hören sich auch gut an. Selbst auf den Untergrund wird geschielt, und mit den Perlen und Perlon finden sich auf dieser DVD zwei noch ungesignte Acts (wobei gerade bei Letzteren unklar ist, warum). Also alles richtig gemacht bis hierher und empfehlenswert für Fans deutschsprachiger Musik, die auch mal ein wenig zwischen den Genres hopsen wollen. Doch das obligatorische „Aber“ darf nicht fehlen: Denn wenn ich eine DVD kaufe, so will ich doch auch gute Videos sehen. Welche, die ich gerne auch noch mal anschaue – hier aber hat man die Musik über die Filme gestellt. Bloße Performance-Clips braucht keiner. Mal handwerklich gut gemacht, mal nahezu grottig. Einfallsreich und unterhaltsam sind dagegen die animierten Clips. Allen voran „Seid Gegrüßt“ von Parole Trixi, dicht gefolgt von Perlon und Space Kelly. Wie man ohne großes Budget einen fabelhaften Clip zaubert, beweist Knarf Rellöm mit seinen „Rocstars“. Auch Von Spars „Schockwellen“ überzeugen, und alleine wegen der schönen Bilder begeistern Die Sterne und Jens Friebe. Mit einem gewissen Nostalgiebonus landen die Aeronauten, Fink und Bazooka Cain (übrigens allesamt im charmanten Super-8-Style) bei mir. Und auch wegen der selten bis noch nie gesehenen Clips kann man hier ein Auge zudrücken. Und hoffen, dass bei der nächsten Compilation das Visuelle noch mehr im Vordergrund stehen wird. Daniel Decker netz netz dvd Diverse Burn To Shine – Washington DC, 01.14.2004 Southern / Cargo „Burn To Shine“, als fortlaufende Serie angelegt, beruht auf der Idee, mehrere Künstler einer Stadt an einem Tag nacheinander in einem Haus spielen zu lassen, das anschließend abgerissen wird. Neben der damit einhergehenden Kontextualisierung dieser Bands soll es darum gehen, diesen so nah wie nur möglich zu kommen – störend dabei, und das soll die einzige Kritik an dieser DVD sein, sind allerdings die dauernd zu sehenden Kameras, da jeder Kameramann sich vor einem der Musiker aufgebaut hat und sie so in die Blickwinkel der anderen geraten: Das mutet nach großem Medienspektakel à la „Top Of The Pops“ oder Wahlkampf an. Den Anfang macht Regisseur Christoph Green in Washington DC. Mit dabei sind: The Evans (das neue Projekt von Ian MacKays – Intro #125), Garland Of Hours, Teo Leo, Weird War (die Make-Up-Nachfolgeband), Q And Not U (zurzeit das Dischord-Aushängeschild), French Toast, Medication und Hüsker-Dü-Legende Bob Mould. Jeder spielt ein Stück, sodass „Burn To Shine“ vor allem eine nette kurzweilige Kompilierung ist und somit das bietet, was man sich einst vom Musikfernsehen versprochen hat. Man darf gespannt sein, mit welchen Städten und Szenen es weitergeht.