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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Bug & You’re Living All Over Me

Dinosaur Jr.

Dinosaur Jr. haben - vielleicht - auch deine Band ruiniert. Oder anders gesagt: Vielen Dank, Dinosaur, was verdanken wir euch nicht alles? Zum Beispiel eine immer noch ungebrochene Herde von meist grässlichen Soundalikes. Ein Glück kommen nun diese drei Classic-Platten in Läden und Gespräch und kö
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Dinosaur Jr. haben – vielleicht – auch deine Band ruiniert. Oder anders gesagt: Vielen Dank, Dinosaur, was verdanken wir euch nicht alles? Zum Beispiel eine immer noch ungebrochene Herde von meist grässlichen Soundalikes. Ein Glück kommen nun diese drei Classic-Platten in Läden und Gespräch und können hier mal zur Rechenschaft gezogen werden. Die älteste, die selbstbetitelte, entstand 1985, hat somit 20 Jahre auf dem Buckel, und doch bekommen wir beim Intro für unsere Newcomer-Sektion „Heimspiel“ auch 2005 noch Tonträger von Bands, die Grunge und Alternative-Rock spielen, und wenn man in den oft leider dateten Sound reinhört, dann weiß man, womit all diese Jungmänner sozialisiert wurden und welche Bands sie einfach nicht vergessen können. Ganz vorne in einer solchen Liste finden sich Dinosaur Jr., ganz vorne, da stehen auch Festivalauftritte zu Buche, als Mascis, Barlow und Co. auf Festivals across the world den Hit „Freak Scene“ spielten. Und zwar zu einer Zeit, als sich die Grunge-Boom-Welle erst gerade ganz gemütlich aufmachte, alle Küsten zu fluten – als also eigentlich alles noch intakt oder zumindest noch nicht verkauft war. Chaos, Wahnsinn, Outburst. Millionen Epigonen können nicht irren und auch nicht die Größe des Originals schmälern. „Freak Scene“ – das war was, das wollte man selbst mit seiner Gang sein, das klang so gut. Und so viel cooler als der Guns-N’-Roses-Schwanzrock, der zur selben Zeit die Gitarren wieder entdeckte. Aber Dinosaur Jr., die Lemonheads, Sonic Youth und Verwandte hatten ein Herz, waren auf hippieske Art und Weise politisch, fühlten sich verletzlich und zerrissen an. Dass es neben den großen Hits wie besagtem „Freak Scene“ auch hübsch ist, all die anderen Songs aus der Frühzeit des Genres mal wieder zu inhalieren, dürfte klar sein. Ein Brief von weit weg, aber man erkennt die Schrift sofort und liest ihn in einem Stück runter. Digital remastered liegt das hier vor, inklusive Boni wie insgesamt vier Videos (u. a. auch „Just Like Heaven“). (Persönlich-) Geschichtlich relevante Meilensteine für alle. Und Matthias Hörstmann, Herausgeber dieses Magazins, hätte statt des Textes „Empfohlen Von Intro“, der die Sticker auf diesen Re-Releases zieren wird, am liebsten folgenden Claim gesehen: „Wegen dieser drei Platten hat sich Intro gegründet.“ Mehr gibt’s wirklich nicht zu sagen.