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New York Dolls nach 30 Jahren wieder im Studio

Die Ursuppe brodelt wieder

Ihr Name schwirrt immer wieder umher bei Bescheidwissern, Großkotzen und Komplettnerds: die New York Dolls. Diese wahnwitzigen Protopunker sind jetzt im Studio und nehmen neues Material auf - das erste seit 30 Jahren! Entsprechend begeistert zeigt sich Sänger David Johansen: "Everything feels r
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Ihr Name schwirrt immer wieder umher bei Bescheidwissern, Großkotzen und Komplettnerds: die New York Dolls. Diese wahnwitzigen Protopunker sind jetzt im Studio und nehmen neues Material auf - das erste seit 30 Jahren! Entsprechend begeistert zeigt sich Sänger David Johansen: "Everything feels right. We're excited to get back into the studio to record what we feel are the strongest tracks of our careers." Zugegeben, ein etwas dürres Statement.

Die New Yorker Postpunk-Szene wurde ja in den letzten Jahren gern als Brutstätte für all die gehypten Bands der Stunde genannt. Franz Ferdinand, Maximo Park, Editors, Arctic Monkeys - sie alle beziehen sich tatsächlich mehr oder weniger direkt auf die Aufbruchstimmung Ende der 70er, als Punk zusammengebrochen war. Eine Band, die - abseits von den allgegenwärtigen Gang of Four - nur sehr selten als direkte Refrenz auftauchte, waren die New York Dolls. Zu Unrecht.

Tatsächlich gelten die New York Dolls einigen als die wahre Ursprungsband dieses schwer festzumachenden Sounds. Sie gründeten sich bereits 1971 in NYC. Ihren bluesgetränkten Protopunksound brachten sie zum ersten Mal an Weihnachten in einem Obdachlosenheim an den Mann. Oder versuchten es zumindest. Denn wenn eins die Geschichte der New York Dolls ausmacht, dann ist es der Gegensatz von begeisterten Kritikern und sehr zurückhaltenden Verkäufen. Sie brachten es auf nur zwei Alben ("New York Dolls" 1973 und "Too Much Too Soon" 1974), dann brach alles für sie zusammen, sie lösten sich auf. Wieder eine Band, die zwar zahlreiche prominente Fans hatte, die dann selber eigene Bands gründeten, aber eben nie den Massengeschmack erreichten.

In der Zwischenzeit hatte Malcolm McLaren, der Stratege hinter den Sex Pistols, vergeblich versucht, ihre Karriere zu pushen. So unterschiedliche Bands wie The Ramones, Mötley Crüe, Guns´n ´Roses oder The Damned bezogen sich direkt auf die Jungs, die mit ihren trashigen Travestie-Outfits natürlich an Marc Boland und den Glamsound erinnerten. Und schließlich war ein gewisser Morrissey der Vorsitzende des New York Dolls-Fanclubs.

Eben jener Herr organisierte dann im vergangenen Jahr die Wiedervereinigung der überlebenden Musiker (neben Johansen der Gitarrist Syl Sylvain plus Steve Conte (ebenfalls Gitarrist), Sami Yaffa (am Bass), Brian Delaney (Drums) und Brian Koonin (an den Keyboards) und gab damit wohl den Anstoss für die jetzt fällige Reunion. Hach, wieder einmal dieser Morrissey.

Im Sommer nächsten Jahres wird das Album dann erscheinen.