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So war's in Düsseldorf: Abschied auf Zeit

Die Toten Hosen live

Die Toten Hosen geben zum Finale ihrer »Der Krach der Republik«-Tour daheim noch einmal fast drei Stunden Vollgas.
Geschrieben am

12.10.2013, Düsseldorf, Esprit Arena

 

Über Die Toten Hosen muss man eigentlich kein Wort mehr verlieren. Bis auf die Ärzte hat es keine andere Punkband in Deutschland geschafft, über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich zu sein. Campino und seine Jungs machen zum Abschluss ihrer Tour zum Album »Ballast der Republik« noch einmal in ihrer Heimatstadt Düsseldorf Station, um sich vor einer zweijährigen Pause noch einmal auszutoben. Um den Abend abzurunden, gibt es natürlich erstklassige Supportbands. Während am Vorabend die Broilers, CJ Ramone und Labrassbanda das Publikum anheizten, sind zum zweiten Tag The Computers, die Donots und die Ska-Legenden Madness angereist, um die Düsseldorfer zu unterstützen.

 

Nachdem die Computers als erste Band des Abends die Bühne eröffneten, sind die Donots an der Reihe. Kann man eigentlich noch irgendwo hingehen, ohne denen über den Weg zu laufen? Nein! Vollkommen zu Recht hat die Band schon in allen Winkeln des Landes gespielt und auch auf Festivals wie dem Sziget beweisen, dass sie jedes Mal ein Garant für ausgezeichnete Stimmung und eine tolle Punkrock-Show sind.

Am stilvollsten gekleidet sind heute definitiv die Gentlemen von Madness. Vom Frack über eine Melone bis hin zum kunterbunten Totenkopf-Sakko haben die Londoner Ska-Legenden alles dabei. Dass die Offbeat-Musik jung hält, stellen die Herren eindrucksvoll unter Beweis, als sie sich munter durch ihr Schaffen spielen. Neben den Hits  gibt es auch einige Songs vom letzten Album. Publikumsliebling ist aber natürlich »Our House«. Doch auch als Gitarrist Chris Foreman plötzlich alleine auf der Bühne steht und zu einer Karaoke-Version von »Highway To Hell« ansetzt, ist das Publikum sofort hin und weg.

 

Um 21 Uhr kommt dann endlich die Band auf die Bühne, auf die 47.000 Fans begeistert gewartet haben. Natürlich darf neben »Tage wie diese«, das im Konfetti-Regen dargeboten wird, auch keiner der Klassiker fehlen. Egal ob »Paradies«, »Bonnie und Clyde« oder »Alles aus Liebe«, die 90er-Jahre sind allumfassend vertreten.

 

Daneben gibt es natürlich wieder eine gehörige Zahl an Cover-Versionen. Neben »You’ll Never Walk Alone«, das schon so viele Konzerte der Band beendet hat, gibt es mit »Heute hier, morgen da« und »Schrei nach Liebe« auch einen Gruß an Hannes Wader und die Ärzte. Daneben gibt es mit Songs wie »Achterbahn« auch einiges aus der - Zitat Campino - »bunten Kiste«.

 

Bengalos haben bei den Hosen schon fast eine Tradition. Deshalb verwundert es nicht, dass sich trotz dem geschlossenen Dach der Esprit-Arena immer wieder helle Lichter in der Menge finden. Eine spezielle Gruppe auf der Tribüne treibt es sogar so weit, dass sie nach einiger Zeit zwei Feuerwehrmänner aufs Auge gedrückt bekommen.

 

Highlight des Abends ist aber zweifellos die ersten Zugabe, die die Band im Bereich des Mischpult mit »Der Bofrost Mann« eröffnet. Ebenfalls bemerkenswert: der Song »Europa«, der durch die Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa eine tragische Aktualität bekommen hat.

 

Insgesamt verabschieden sich Die Toten Hosen würdig in die wohl verdiente Pause. Die Ankündigung von Campino, dass das Konzert aufgezeichnet wird, überrascht in Anbetracht der Vielzahl an DVDs der Band an diesem Abend rein gar nicht.