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Wer Wir Sind

Die Supererbin im Steckbrief

»Wer wir sind« – der regelmäßige Steckbrief mit Künstlerinnen und Künstlern, denen wir den Durchbruch an den Hals wünschen. Diesmal stellen wir euch Die Supererbin aus Berlin vor.

Geschrieben am

Interview:
Daniel Koch

Herkunft Berlin
Genre Electropop muss kein Schimpfwort sein
Mitglieder 1
Besondere Vorkommnisse Ihr Autorinnendebüt feierte Leonie Scholl in unserem Jubiläumsheft. Ehrensache, dass wir im letzten Heft die allerletzte Chance nutzten, ihr Debüt als Supererbin zu unterstützen, die mit Synthies und Badeanzug bewaffnet den drögen Deutschpop aufmischen will.
Aktuelle Single »Tage in Berlin« (Bohemian Strawberry Records)

Es gibt nichts Blöderes als die Frage nach dem Bandnamen. Aber deiner ist ziemlich super. Und wirft Fragen auf. Unter anderem diese: Was soll er bedeuten?
Das darf ich leider noch nicht verraten. Nur so viel: Es hat nichts mit Geld zu tun. Das ist etwas enttäuschend für die Leute, die direkt ihre Hände ausstrecken, wenn sie meinen Namen hören. Leider gibt es bei mir nichts zu holen. Außer sehr viel Liebe und gute Popmusik natürlich.

Soeben erschien deine Single »Tage in Berlin« auf dem Bohemian-Strawberry-Label, das den Grether-Schwestern gehört, die ja auch mal bei Intro als Autorinnen aktiv waren und bei Doctorella spielen. Wie kam das zustande?
Die Grethers sind zweifelsohne die einzig wahren Feministinnen des deutschen Pop. Sie unterstützen seit Jahrzehnten Autorinnen und Musikerinnen, in Deutschland Gehör zu finden, trotz flächendeckender Ignoranz. Ich konnte einiges von ihnen lernen, da sie all das, was ich als Künstlerin heute erlebe, schon vor Jahren durchgemacht haben. Dass wir zusammengekommen sind, war eine Fügung des Schicksals. Wir haben uns bei dem Dreh eines Comedy-Clips kennengelernt. Das ist auch etwas, das ich sehr an ihnen schätze: Sie sind einfach unfassbar witzig.

 

Bei deinem vorherigen Projekt hast du noch Englisch gesungen – warum hast du dich jetzt an die deutsche Sprache getraut, die ja doch bedeutend bockiger ist?
Wieder einmal etwas, das ich den Grethers zu verdanken habe. Sie sagten mir: Wir mögen deine Musik, wir nehmen dich auf unser Label – aber nur, wenn du auf Deutsch singst. Ich hab mich erst geweigert, dachte, das ist der Dolchstoß in die Schlagerkarriere. Auf der anderen Seite habe ich früher selbst viel deutsche Musik gehört, war ein Riesen-Falco-Fan und verbrachte den Großteil meiner frühen Jugend auf Deutschpunk-Konzerten. Selbst die Acts, die mich in den letzten Jahren am meisten berührt haben, waren alle deutsch, unter anderem Antilopen Gang und Drangsal. Das Tolle an der deutschen Sprache ist ja, dass mit ihr noch nicht alles gesagt worden ist, im Gegensatz zu englischen Songtexten, die sich dann doch irgendwo oft ähneln. Und das war mir am wichtigsten mit meiner Musik, nicht das wiederzukäuen, was es sowieso schon 100 Mal gibt.

Was kannst du uns schon über ein Debütalbum verraten?
Ich kann verraten, dass mit Alexander Ott und Moses Schneider zwei der tollsten Produzenten Deutschlands daran beteiligt sind! Es wird im Frühjahr nächsten Jahres erscheinen. Bis dahin gibt es noch die eine oder andere spannende Single vorab ...

Die klassische Karrierefrage, die dir vermutlich auch Universal oder Warner gestellt hätten: Wo siehst du die Supererbin in fünf Jahren?
Wie ich sie kenne wahrscheinlich in einem Pool mit Sekt und Badetieren. Ich würde mir natürlich wünschen, dass sie in einer Reihe mit anderen deutschen Indiepop-Künstlern genannt wird. Aber ich weiß, dass das nicht so einfach geht. Für viele bedeutet Indiepop noch immer: Da steht ein Typ mit Gitarre auf der Bühne und keine Frau mit Synthie und Badeanzug. Aber ich glaube, die Zeit ist gerade gut, dass sich daran etwas ändert.

Du hast für unser Magazin zahlreiche Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern geführt. Wie fühlt es sich auf der anderen Seite des Mikros an?
Die Gespräche mit anderen Künstlern und vor allem Künstlerinnen waren sehr inspirierend. Denn im Grunde strugglen ja alle mit den gleichen Problemen: social acceptance, psychische Probleme, kreative Blockaden und, wenn man eine Frau ist, noch zusätzlich mit den misogynen Strukturen des Musikbusiness. Was ich davon vor allem mitgenommen habe, ist, einfach immer weiterzumachen und sich niemals kleinreden zu lassen, vor allem nicht von den falschen Leuten aus dem direkten Umfeld. Also, um deine Frage kurz zu beantworten: Ich könnte mich daran gewöhnen.

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