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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Top 7: Von Superorganism bis AKB48

Die spannendsten Bandkollektive

Mit Superorganism mischt gerade eine Band mit acht Mitgliedern die Blogs und Musikmedien auf. Eine gute Gelegenheit, hier Acts vorzustellen, bei denen sich ähnlich große oder gar größere Rudel zum kollektiven Austausch treffen.

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01 Superorganism
Eine Bandgründung läuft heute folgendermaßen ab: Man lernt sich über YouTube-Kommentare kennen, freundet sich über seine Liebe zu Internet-Memes an, konferiert über Skype und trifft sich im real life, wenn man Konzerte spielt oder Songs aufnimmt. Die Musik der Truppe um Sängerin Orono Noguchi klingt dann auch genauso modern, quirlig und bunt, wie man sich das vorstellt, während Clips wie der zu »Everybody Wants To Be Famous« das Meme-Game souverän durchspielt.

02 Godspeed You! Black Emperor
Wenn wir richtig gezählt haben, sind bei den Kanadiern gerade zehn Musiker am Werk, die sich in wechselnder Besetzung um die Gründungsgang Efrim Menuck, Mauro Pezzente und Mike Moya scharen. GYBE stammen aus der soziokulturellen Künstler- und Hausbesetzer-Szene Montreals. Die Band betreibt ihr hauseigenes Label Constellation, bewegt sich gern im Halbdunkeln, redet so gut wie nie über ihre Musik und drückt sich auf den monumentalen Instrumentalalben dennoch immer hochpolitisch aus.

03 Sun Ra Arkestra
Martin Büsser nannte die Gruppe in einem Intro-Artikel einmal »die Mutter aller Kollektive«. Das kann man so stehen lassen. Im Mittelpunkt stand der 1914 geborene Herman Blount a.k.a. Sun Ra, der sich für einen Gesandten des Saturns hielt und Jazz aus der Zukunft spielte. Sun Ra stand der »Black Power«-Bewegung nahe und prägte den Afrofuturismus mit seinen Lyrics. Sein Sun Ra Arkestra lebte unter einem Dach und wurde von ihm eher diktatorisch als kollektiv geführt, wie viele Musiker später berichteten.

04 Reykjavíkurdætur
»Nimm als Frau einfach mehr Raum ein. Und als Mann halt einfach mal den Mund.« Diesen guten Rat gab uns Kolfinna Nikulásdóttir im vergangenen Jahr beim Interview mit ihr und ihren »Töchtern Reykjavíks« mit auf den Weg. Die mittlerweile 18 Rapperinnen klingen wie eine Girl-Gang irgendwo zwischen Peaches und den Spice Girls. Vor allem ihre hierzulande leider sehr seltenen Live-Shows sind ein Angriff auf die Sinne. Als Einstiegstrack empfehlen wir »Kalla Mig Hvað?«.

05 Polyphonic Spree
Mehr Musikerinnen und Musiker als auf dem Cover der November-Ausgabe 2004 gab es nie beim Intro. 23 Gestalten in bunten Roben schmiegten sich aneinander. In ihrer Mitte, in Weiß und ganz und gar Jesus-like: Bandguru Tim DeLaughter, der nach dem Ende seiner Band Tripping Daisy die Idee zu Polyphonic Spree hatte. Damit brachte er einen obskuren, aber charmanten Sektenspirit auf die Bühne und landete mit »Soldier Girl« und »Light And Day« immerhin auch ein paar Hits.

06 Broken Social Scene
Als wir das Kollektiv aus Toronto im letzten Jahr auf dem Immergut trafen, war es gerade zu elft unterwegs. Amy Milan und Feist waren leider nicht dabei, dafür aber Emily Haines sowie Kevin Drew und Brendan Canning, die so was wie der Kern von BSS sind. Ihr aktuelles Album »Hug Of Thunder« mit seinen hymnischen, euphorischen und abwechslungsreichen Liedern ist immer noch eines der besten Beispiele, wie toll es klingen kann, wenn viele spannende Charaktere gemeinsam Musik machen.

07 AKB48
Zum Schluss noch was zur Erweiterung des Horizonts. AKB48 stammen aus Japan und gelten als die größte Popband der Welt: mit aktuell 322 Sängerinnen. Das Projekt entsprang dem – sagen wir mal: marketingaffinen – Hirn des TV-Produzenten Yasushi Akimoto. AKB48 haben seit ihrem Gründungsjahr 2005 über 50 Millionen Alben verkauft und treten momentan in einer Art Vier-Schichten-Besetzung im eigenen Theater in Tokio auf.