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»Who’s Bad?«

Die Goldenen Zitronen

Eine treffendere Kritik an den Verhältnissen, wie sie die Band aus Hamburg auf ihrem neuen Album »Who’s Bad?« übt, ist selten.
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»Es ist einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als das des Kapitalismus«, schreibt der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher in seinem Buch »Kapitalistischer Realismus«. Doch solange Die Goldenen Zitronen noch Musik machen, ist das gar nicht nötig, möchte man entgegnen. Denn eine intelligentere und treffendere Kritik an den Verhältnissen, wie sie die seit fast 30 Jahren bestehende Band aus Hamburg auch auf ihrem neuen Album »Who’s Bad?« übt, ist selten.

»Privates muss politisch sein«, heißt es an einer Stelle und bringt den Anspruch auf den Punkt: die vom System vorgegebene Alltagsrealität zu sezieren, um deren unterdrückerischen Elemente freizulegen. Beim Song »Echohäuser«, der mit seinen Versatzstücken aus linken Parolen das Potenzial zur Anti-Gentrifizierungs-Hymne hat, verzeiht man den Zitronen auch die bisweilen holprigen Bassläufe und pappigen Drums. Denn in einer Zeit, in der man Gesellschaftskritik oft mit zynischer Distanz begegnet, ist diese Band ein notwendiges Korrektiv für eine entpolitisierte Gesellschaft.

 

In drei Worten: Kritik / Haltung / Korrektiv