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Die Fälschung der Welt

Brockdorff Klang Labor

Versiert und anspruchsvoll durchstreift das Leipziger Trio Hauptstraßen und Seitenwege der Popkultur-Moderne. Fluffiger Electrosound und Mitmach-Gesang verhindern Irrwege in miefige Sackgassen.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Bevor es das Internet gab, blätterten Wissbegierige im Brockhaus. Heute hören sie das Brockdorff Klang Labor. Dort werden Debord und Beuys besungen, Dada und Borchert im Booklet genannt, und überhaupt wird nur so mit popkulturellem Intellekt um sich geworfen. Dabei klingt das Leipziger Trio beim ersten Wischiwaschihören auch nicht anders als die üblichen Verdächtigen der Electropop-Branche: klackernde und bleepende Beats, gut gekühlte Synthies, von warmherzigem Gesang belebt. Bekannt, bekannt.

Statt den gut gemeinten Sound aber mit Liebes(leid)reimen zu betexten, äußert sich das Klang Labor poetisch versiert zu gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten. »Sad-Eyed-Punk« ruft zur Leistungsverweigerung auf, »1989« besingt die historische Wende und »Festung Europa« die Abschottungsmechanismen unserer Gesellschaft. All das tanzt ordentlich gekleidet und sauber gemittelscheitelt so elegant daher, dass wir Ohren und Füße erst noch auf Synchronizität trimmen müssen, um auch bloß nichts von diesem Œuvre zu verpassen. Für ausreichend Plastizität sorgt außerdem das 3D-Cover mit beigelegter Sehhilfe.

In drei Worten: Electro-Pop / Schlau / Brille

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