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Top 25

Die extremsten Bands aller Zeiten

Mal ehrlich: 99 Prozent aller Bands machen fast das Gleiche. Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug. Fuß auf die Monitorbox. »Danke, Bochum, ihr wart das beste Publikum auf dieser Tour!« Glücklicherweise gibt es noch das eine Prozent: Musiker, die lustige, eigenbrötlerische, radikale oder einfach nur kranke Wege gehen. Ein Hoch auf das ultimative Alleinstellungsmerkmal. Hier kommt die Top 25 des Abnormen.
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01 Die gemüsigste Band: Das Erste Wiener Gemüseorchester
Ein wichtiger Bestandteil nachhaltig orientierter Ernährung ist das saisonale und regionale Einkaufen von Lebensmitteln. Genauso handhabt es auch Das Erste Wiener Gemüseorchester. Die Instrumente – etwa die Karottenflöte oder das Gurkofon – werden nach den aktuellen Gegebenheiten frisch zubereitet. Und dann so lange bespielt, bis sie welk sind. Das alles stellt keine skurrile »Wetten, dass ...?«-Einmaligkeit dar, sondern beschreibt ein bis zu 14 Personen starkes Ensemble, das bereits drei Alben und diverse Sampler-Beiträge veröffentlicht sowie eine Vielzahl von Auftritten absolviert hat.
02 Die älteste Band: The Zimmers
Eine Doku der BBC porträtierte vor einigen Jahren die Rockband mit den ältesten Mitgliedern. Der Jüngste zählt 72 Jahre, der Betagteste über hundert. 2010 verstarb allerdings 93-jährig der Leadsänger der Gruppe, die Zukunft der Band ist mehr als ungewiss. Mit dem Claim, die älteste Punkband der Welt zu sein, schmücken sich übrigens One Foot In The Grave, die Band um Sängerin Jodina mit dem bezeichnenden Namen befindet sich allerdings »nur« in ihren späten Sechzigern.
03 Die autonomste Band: Laibach
Die markigen Slowenen der Dark-Wave-Konzeptband Laibach befinden sich im Besitz ihres eigenen Staats. 1991 rief das Neue Slowenische Künstlerkollektiv, in dem die Band aktiv ist, seine eigene Mikronation mit dem Namen NSK aus. Es werden Ausweisdokumente vergeben und Ausstellungsorte zu Botschaften umdeklariert. Zudem finden sich Konsulate in Italien und Kroatien.
04 Die schlechteste Band: A.O.K.
Sicher hat jeder schon mal »die schlechteste Band der Welt« gesehen, denn dieser Superlativ hat viele Gesichter. Dennoch gravierten sich A.O.K. aus Frankfurt Ende der Achtziger diesen Titel mit Nachdruck (parallel zur damals aufkommenden Bezeichnung der »besten Band der Welt« für Die Ärzte). Auf dem Höhepunkt technisch versierter Ballerei im Thrash Metal erschien 1987 ihr Debüt »Anal oder Kot«. Der ungewöhnliche Aufhänger dabei: Sie konnten so gut wie gar nichts, entgeisterten und entlarvten die Verbissenheit der Szene stattdessen durch Songs wie »Sind wir Rockstars oder Roggenbrötchen?«, »Frank Thorwardt von Tankard hat keinen Spatz« oder »Buffo, du hast Fett im Haar« (Buffo war seinerzeit Redakteur beim Metal Hammer). Den Gipfel des zur Schau gestellten Nichtkönnens lieferten die Stücke »Instrumententausch Part 1-2«, bei denen der Name Programm war. A.O.K. verpassten leider den Absprung und versuchten – motiviert von ihrem immensen Trash-Fame – eine richtige Band zu werden. Das nervte und war immer noch schlecht, aber scheiße schlecht.
05 Die verfickteste Band: Rockbitch
Das phallische Prinzip des harten Rock zog die britische Band Rockbitch in den Neunzigerjahren gehörig auf links. Die Show der All-Girl-Gruppe stellte einen Backlash auf die ewigen »Ausziehen!«-Rufe dar, denen sich weibliche Acts bei angesoffenen Testosteron-Gigs immer wieder ausgesetzt sahen. Der Höhepunkt ihrer busigen Schlampen-Inszenierung war jeden Abend, wenn das »Goldene Kondom« ins Publikum geworfen wurde. Wer es fing – Mann oder Frau –, durfte hinter die Bühne und sich in sexuelle Handlungen mit einer oder mehreren der Musikerinnen verstricken.
06 Die lauteste Band: Manowar vs. Kiss
Diesen Titel verbinden viele mit den Fantasy-Pferde-Rockern aus Stahl: Manowar. Die haben diese Anmaßung nämlich zu einem offiziellen Faktum gemacht, indem sie es sich vom »Guinness Buch der Rekorde« beglaubigen ließen: »Lautester Musik-Act, 129,5 Dezibel, gemessen 1984«. Dieser Eintrag hatte bis 2009 Bestand, doch dann ließen sich Kiss 136 Dezibel bei einer Show in Kanada verbriefen und entrissen damit Joey DeMaio und seinen Mannen diesen taub machenden Titel. Zum Vergleich: Ein Düsenjet liegt bei circa 120 Dezibel.
07 Die tierischste Band: Hatebeak vs. Caninus
Eine wunderbare Idee, Tiere als vollwertige Mitglieder mit in seine Band zu nehmen. Um die Gunst der Intro-Redaktion kämpfen derzeit zwei Tiercore-Bands: zum einen Hatebeak aus Baltimore, wo seit 2004 der über 20-jährige Graupapagei Waldo den einzigen Sänger darstellt; außerdem Caninus, eine Deathgrind-Band, bei der zwei Pitbulls um die Wette bellen. Während Hatebeak weiterhin aktiv sind – wenn aus Tierschutzgründen auch nur als reines Studioprojekt –, ist die Zukunft von Caninus derzeit unklar: Basil, einer der beiden Sänger, musste Anfang 2011 eingeschläfert werden. Traurig, aber sein Wuff-Timbre werden wir Fans nie vergessen.
08 Die frontmannigste Band: Bang Camaro
Die Hardrocker Bang Camaro aus Boston setzen auf nicht nur einen Sänger, sondern drücken gleich einem ganzen Dutzend Frontmännern Mikros in die Hände. In diesem Orchester gibt es nur erste Geigen. Alle Lead-Sänger posieren und kreischen gleichzeitig und gleichwertig am Bühnenrand um die Wette. Bang Camaro wollen so die großen Stadionrock-Refrains der 80er in ihrer epischen Breite auf die Spitze treiben, aber ohne Playback-Zaubertricks. Wall of sound mal anders.
09 Die verknappteste Band: Anal Cunt vs. Napalm Death
Extrem ist die amerikanische Grindcore-Band Anal Cunt um den 2011 verstorbenen Sänger Seth Putnam immer schon gewesen. Zu ihrer Anfangszeit Ende der Achtzigerjahre äußerte sich dies vor allem durch bis zur Unkenntlichkeit verkürzte Songs. Die ersten EPs trugen programmatische Bezeichnungen wie »88 Songs« beziehungsweise »5643 Songs«. Die quatschigen bis provokativen Songtitel zu lesen dauerte in der Regel weit länger, als sich die Stücke anzuhören, hießen sie doch schon mal »I Am Not Allowed To Listen To Anal Cunt Anymore Since They Signed To Earache Records« oder »Hitler Was A Sensitive Man, I Hope You Get Deported«. Anfang der 2000er ließ das Label Earache Anal Cunt fallen, da die mittlerweile unironischen Verstrickungen in die faschistischen Teile der Black-Metal-Szene nicht mehr zu übersehen waren. Das »Guinness Buch der Rekorde« allerdings listet Napalm Death als Hüter des kürzesten Songs aller Zeiten: »You Suffer« von deren Debütalbum »Scum« ist genau 1,36 Sekunden lang.
10 Die kleinste Band: Mini Rockerz
Als in Bezug auf ihre Körpergröße kleinste Band der Welt gilt das Quartett Mini Rockerz, auch Minikiss genannt. Seit 1998 spielen die Kleinwüchsigen, die im Durchschnitt 1,32 m messen, als Kiss-Tribute-Band sehr erfolgreich Konzerte vor allem in Nordamerika.
11 Der längste Musiker: Kasper Delmar »Stranger« Malone
»Längste« sei hier nicht etwa auf die Körpergröße bezogen, Kasper Delmar »Stranger« Malone aus den USA ist der Musiker, der über den längsten Zeitraum Songs aufgenommen und veröffentlicht hat. »Let Me Call You Sweetheart« spielte er 1926 vor der Weltwirtschaftskrise ein, die letzte Aufnahme datiert fast zwei Jahre nach Nine/Eleven, also auf 2003.
12 Die zerstörerischste Band: Hanatarash
Keith Moon schmiss Fernseher aus dem vierten Stock? Jimi Hendrix rammte seine Fender Strat in den Marshall-Verstärkerturm? Geschenkt. Die zerstörerischste Band der Welt stammte aus Japan und hieß Hanatarash. Yamantaka Eye (später bei Boredoms) und Mitsuru Tabata lernten sich 1984 als Bühnenhelfer bei einem Einstürzende-Neubauten-Konzert in Osaka kennen. Von hier stammte wohl auch die Vorliebe für Werkzeuge: Bei einer Show zersägten Hanatarash eine tote Katze, ein anderes Konzert wurde in dem Moment abgebrochen, als Yamantaka Eye gerade einen brennenden Molotowcocktail auf die Bühne werfen wollte, nachdem er dort zuvor schon circa 6000 Euro Schaden angerichtet hatte. 1985 rissen Hanatarash mit einem Bulldozer die Bühnenrückwand ein, um mit ihm anschließend durch das Loch auf die Bühne zu fahren und dort alles zu Kleinholz zu verarbeiten. Im Anschluss erhielten Hanatarash Auftrittsverbot in fast allen Clubs Japans. Gratulation. Intro empfiehlt das Bulldozer-Video auf YouTube.
13 Die falscheste Band der Welt: Milli Vanilli
Dass eine Band nur Erfindung, bloß schöner Schein ist – das war bereits weit vor den tragischen Milli Vanilli bekannt. Doch gerade der fehlende Ruch des authentischen Künstlers machte gecasteten Acts stets alle Glaubwürdigkeit madig. Nicht verwunderlich daher, dass Ende der Achtziger das singende Tänzer-Duo Fab Morvan und Rob Pilatus so vehement darauf bestand, bei ihnen sei alles echt. Vor allem auch ihr eigener Gesang auf Hit-Singles wie »Girl You Know It’s True« oder »Girl I’m Gonna Miss You«. Auf einer Pressekonferenz wurden sogar Ehrenworte geschworen, doch der Schwindel unter der Ägide von Hit-Produzent Frank Farian flog auf – der 1990 verliehene Grammy wurde wieder aberkannt. Von dieser Höchststrafe erholten sich die beiden nicht mehr. Fab tauchte 2004 noch mal im RTL-Dschungelcamp auf, wo er aber auch als Erster wieder gehen musste; Rob geriet in den USA mit dem Gesetz in Konflikt, kehrte nach Deutschland zurück und starb 1998 an einer Überdosis Alkohol und Drogen im Alter von nur 33 Jahren.
14 Die jüngste Boykott-Band: Who’s Ya Daddy?
Auf dem Index zu landen oder im Radio boykottiert zu werden – eine der größten Rock’n’Roll-Tugenden, die schon ganze Karrieren begründet hat. Bewundernswert also, dass es in Australien der Band Who’s Ya Daddy? schon in einem Durchschnittsalter von nur 12 Jahren und 26 Tagen gelang, im Radiosender ZZZ FM verboten zu werden. Anlass war ihr Lied »I Like Fat Chicks«.
15 Die instabilste Band: The Fall
Ein hoher Musikerverschleiß gehört unter exzentrischen Rockstars zum guten Ton. Man denke nur an die Guns-N’-Roses-Neubesetzungsorgien von Axl Rose, der bis dato immerhin 22 Musiker verheizt hat. Noch umbauwütiger waren Dexys Midnight Runners (25 Bandmitglieder bis heute) und Whitesnake (circa 50). Der absolute Star im Band-Kernsanieren aber dürfte ein alter Indie-Liebling sein: Mark E. Smith. Das einzige feste Mitglied von The Fall verbrauchte zwischen 1976 und 2012 sage und schreibe 66 Musiker in seiner Band. Trockener Kommentar des als schwierig geltenden Genies: »If it’s me and your granny on bongos, then it’s The Fall.« Geiler Typ.
16 Die analste Band: GG Allin
Die meisten Musiker verlassen wie jeder normale Mensch irgendwann die anale Phase. Doch es gibt löbliche Ausnahmen: Hierzulande kackten Die Kassierer schon Ende der 1980er zum Spaß auf die Bühne. Der US-Punk GG Allin ging jedoch schon früher viel weiter: Er kackte, pinkelte und masturbierte bei Livekonzerten. Dazu verstümmelte er sich auf der Bühne, aß dort regelmäßig seinen Stuhl oder bewarf das Publikum damit. GG Allin verstarb 1993 nach einem abgebrochenen Konzert an einer Überdosis. PS: Wer die wunderbare Welt der Verdauung auch hören möchte: Die Grindcore-Band Bum Sick aus Bristol verwendet statt Gesang konsequent nur Furzgeräusche. Damit hält sie einen eigenen Rekord: Sie befindet sich weltweit auf dem letzten Platz der Musikauswahl für den Tag, wenn die Schwiegereltern zu Besuch kommen.
17 Die quadrofonischste Band: KONG
Die krautig angehauchte Amsterdamer Instrumental-Progrockband KONG war in den Neunzigerjahren bekannt für ein einmaliges Auftrittsprinzip: Gitarrist, Gitarrist, Schlagzeugerin, Bassist standen auf jeweils einer eigenen Bühne, diese fanden sich wiederum auf vier entgegengesetzte Ecken des Raums verteilt. Eine frickelige Hommage an den Raumklang und die Multiperspektive.
18 Die verschwenderischste Band: The KLF
Wenn Rockstars eines können, dann Geld auf den Kopf hauen: Tommy Lee (Mötley Crüe) ließ sich eine Starbucks-Filiale in sein Haus bauen, weil er zu faul wurde, zum Kaffeeholen jeden Morgen einen Block weit mit dem Wagen zu fahren. Aber das geht noch besser: Das britische Pop/Künstler-Duo The KLF (»What Time Is Love?«) ließ seine musikalische Karriere 1992 mit einem Knall enden: The KLF lösten sich auf, verboten den weiteren Verkauf der immens erfolgreichen Tonträger und flogen zwei Jahre später, am 23. August 1994, mit einem Kleinflugzeug auf die schottische Insel Jura. Dort verbrannten Jimmy Cauty und Bill Drummond das Geld aus alten Bandtagen in kleinen Scheinen: exakt eine Millionen britische Pfund. Der dabei produzierte Dokumentarfilm »Watch The K Foundation Burn A Million Quid« stellt ein faszinierendes Zeugnis künstlerischer Radikalität dar. In England folgten jedoch immense moralische Vorwürfe. »Warum habt ihr das Geld nicht gespendet, wenn ihr es nicht wolltet?« lautete die vielfach gestellte Frage. Bill Drummond antwortete darauf in einer Talkshow: »Wir verstehen den Einwand nicht. Wir haben Papier verbrannt, nicht etwa Brotlaibe. Nach unserer Aktion ist nicht weniger, sondern genauso viel Brot wie vorher da – es müsste nur endlich mal besser werden.«
19 Die nerdigste Band: Previously On Lost
Zum mittlerweile abgedrehten TV-Mystery-Blockbuster »Lost« kann man stehen, wie man will. Einig aber sind sich Fans wie Hater: Die US-Serie war hochkomplex, phasenweise verwirrend. Sieben Musiker und Fans erkannten darin Band-Potenzial. Während die Serie noch urausgestrahlt wurde, schrieben sie für jede gesendete Folge eine Zusammenfassung in Songform. Die konsequenterweise Previously On Lost genannte Band veröffentlichte 2008 ein Debütalbum mit dem schönen Titel »The Tale Of Season 4 And The Oceanic Six«.
20 Die schizophrenste Cover-Band: Beatallica vs. Matthew Taylor
Einfach nachspielen war gestern. Beatallica covern Beatles und Metallica – gleichzeitig. Da klingt der Sänger schon mal wie James Hetfield, der den Beatles-Song »Taxman« über dem Soundgerippe von »Enter Sandman« intoniert. Verwirrender nur »Matthew’s Celebrity Pixies Covers«. Dahinter steckt Matthew Taylor aus London. Das Besondere: Hier werden Pixies-Song im Stil einer immer anderen Band intoniert. So nimmt Taylor »Levitate Me« so auf, dass es klingt, als hätten es die Beach Boys mehrstimmig intoniert. Dann wiederum singt er »Hey«, als wäre es von Prince. Verwirrend und einmalig.
21 Die mobilste Band: The Cycologists
Das australische Trio The Cycologists fährt auf Rädern durch die Gegend, steigt an belebten Plätzen ab und spielt auf abmontierten Fahrradteilen (unter anderem dienen die Sättel als Flöten) für überraschte Passanten. Einziger Haken: Der kreative Ansatz macht die Musik leider nicht besser.
22 Die mörderischste Band: Mayhem
Heute nur noch ein müder Schatten ihrer selbst, war die frühere Band des jahrelang wegen Mordes inhaftierten Varg Vikernes (auch: Burzum) in den norwegischen Frühjahren der zweiten Black-Metal-Welle ein veritabler Bürgerschreck. Kein Wunder: Vikernes erstach 1993 seinen Freund und Mayhem-Bandkollegen Euronymous an dessen Haustür. Etwas weniger bekannt, aber nicht minder krass war der Umgang von Mayhem mit der Selbsttötung ihres Sängers Dead, der sich zwei Jahre zuvor erschossen hatte. Euronymous, der Dead 1991 tot aufgefunden hatte, kaufte, anstatt die Polizei zu rufen, lieber eine Kamera und machte Fotos von der Leiche. Eines davon wurde entwendet und zierte später das Cover eines Mayhem-Bootlegs. Neben zahllosen nicht haltbaren Gerüchten rund um den Selbstmord gilt heute übrigens als tatsächlich gesichert, dass Euronymous aus den Kopfknochen von Deads Leiche Ketten fertigte, die er Freunden schenkte. Guten Appetit!
23 Die neugierigste Band: Scanner
Heute ist man schon alarmiert, sobald das Wort »Lauschangriff« nur fällt. Anfang der 1990er war das anders – da wurde in der Popkultur einfach fleißig illegal mitgeschnitten und veröffentlicht: Der britische Musiker Robin Rimbaud begann damals als Scanner Platten zu machen, die als musikalisches Ausgangsmaterial abgehörte Telefongespräche und Polizeifunk nutzten. Als technisches Hilfsmittel dazu diente Rimbaud der namensgebende Funkscanner, mit dem in der Hand er durch London lief, bis er was Interessantes reinbekam.
24 Die anonymste Band: The Residents
Nicht alle Musiker hegen den innigen Wunsch, ihr Privatleben vom Blitzlichtgewitter versengen zu lassen. Manche mögen es lieber anonym. Hierzulande lebt diesen Traum PeterLicht, der seinen echten Namen und sein Gesicht konsequent aus allen Alben oder Pressefotos heraushält. Seit einigen Jahren spielt PeterLicht aber zumindest live, völlig ohne Maske. Eine US-Band rückt hingegen schon seit über 40 Jahren keinen Millimeter von ihrer Anonymität ab: The Residents. Gegründet 1969, ist bis heute, trotz über 60 (!) Alben und zahllosen Tourneen, nicht ganz klar, wer hinter den berühmten Augäpfeln steckt. Ein Band-Biograf vermutet, dass der Kern der Band von Homer Flynn und Hardy W. Fox (beide 1945 geboren) gebildet wird. Das will er per Stimmanalyse herausgefunden haben. Es ist die glaubhafteste These zum Geheimnis der Residents. Die Band selbst äußert sich dazu nicht, auch ihr – namentlich weitestgehend bekanntes – Umfeld schweigt sich aus.
25 Die sinnloseste Band: Sigur Rós
Es gibt HipHop-Acts, die in toten Sprachen wie Latein rappen. Oder Metal-Bands, die gallische Dialekte singen. Sich eine eigene Sprache auszudenken und anschließend zu singen toppt das allerdings noch. So geschehen eine Zeit lang bei Cocteau Twins, vor allem aber bei Sigur Rós, deren Sänger Jónsi in mindestens 25 der Band-Songs nicht etwa Isländisch, sondern eine eigens erfundene Sprache namens »Vonlenska« intoniert. Diese funktioniert rein lautmalerisch, hat keine feste Syntax oder Bedeutung – sie klingt einfach nur. Hörern, die des Isländischen nicht mächtig sind, dürfte das möglicherweise noch nie aufgefallen sein.

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