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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Elite der Nächstenliebe

Mediengruppe Telekommander

Hinter zeitgenössisch aufgeladenen Phrasen verbirgt sich schlecht gelaunte Medienkritik, deren emanzipatorischer Erkenntnisgewinn sich trotz allen Gewusels einfach nicht erschließt.
Geschrieben am

»We take the Howard-Carpendale-way out«, oder was? Verrückt. Während die gefühligen R.E.M. die Fans mit ihrer Auflösung einfach vor vollendete Tatsachen gestellt haben, annonciert die stets bis zur Unsympathie abgebrüht posierende Mediengruppe eine letzte Platte, eine sentimentale Abschiedstour. Kitsch pur. Kitsch, den man auf dem letzten Werk allen anderen natürlich mal wieder nicht durchgehen lässt.

Da bekommen alle nämlich ihr Fett weg: der Eventcharakter, die Corporate Identity, der Raver, die Gutmenschen, die Berufsjugendlichen und und und. Hinter den zeitgenössisch aufgeladenen Phrasen und Begriffen verbirgt sich dabei wieder die schlecht gelaunte bandeigene Medienkritik, deren emanzipatorischer Erkenntnisgewinn sich trotz allen Gewusels einfach nicht mehr erschließen mag. Und die in den wenigen konkreten Momenten fast schon erschreckend anachronistisch anmutet. Neben aller Protest-Routine zerfasern bewusst billige Beats die Songs, das klingt manchmal richtig gut, kann aber diese Platte auch nicht davor retten, das zu sein, was sie ist: angestrengt, vorwurfsvoll und nicht toll.

In drei Worten: NERVIG / LAUNISCH / VORWURFSVOLL