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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Mit Eels, Hinds, Wye Oak u.v.m.

Die besten Platten der Woche

Wir haben wie immer die wichtigsten Veröffentlichungen der Woche für euch gehört. Diesmal mit Eeels, Hinds, Wye Oak u.v.m.

Geschrieben am

Eels »The Deconstruction« (E Works / PIAS / Rough Trade)
Mehr denn je hat man bei »The Deconstruction« den Eindruck, dass es sich bei dem Album um einen Film-Soundtrack (schreibt der Vollbartträger ja auch hin und wieder) oder, eher noch, um ein Musical handelt. Es hagelt kleine süßlich-böse Hits (»The Deconstruction«, »Rusty Pipes«, »Today Is The Day«, »You Are The Shining Light«), unterbrochen von Introspektivem, Skizzenhaftem und Hintergündigem (»Premonition«, »The Epiphany«, »There I Said It«) und instrumentalen Zwischenstücken (»The Quandary«, »Coming Back«, »The Unanswerable«).
Claudius Grigat

Eels

The Deconstruction

Release: 06.04.2018

℗ 2018 E Works

Goat Girl »Goat Girl« (Rough Trade / Beggars / Indigo)
Das raue, kehlige Crooning ihrer Sängerin erinnert an die junge Joan Jett, während kompromisslose Bassläufe und Amplifier am Anschlag in »Cracker Drool« wie vollgesogene Schwämme über die kotzbefleckten Tresen der Südlondoner Pubs wobbeln, an denen früher Mark Smith gesessen hätte. Dagegen wirkt das melodiösere Wiegenlied »Lay Down« fast schon friedensbewegt. Die spannungsgeladene Ballung aus Garage, Punk, Noise, vereinzelten Dub-Beats, aber auch Country- und Goth-Wave-Elementen bläst auf »Goat Girl« jenen Dreck nach Soho, der dort sonst nicht mal nach der Sperrstunde zu finden wäre.
Benni Bender

Goat Girl

Goat Girl

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Rough Trade

Heads. »Collider« (This Charming Man / Cargo)
Die erste Hälfte ist sperrig. So sperrig wie das alte Gelände eines längst aufgegebenen Schrottplatzes, auf dem man als neugieriger Junge keinen der verwachsenen Altmetallstapel ins Kippen bringen sollte. Ab »Wolves At The Door«, dem sechsten von zehn Stücken, nimmt das Album allerdings Fahrt auf und wird – zumindest für geübte Hörer – verhältnismäßig zugänglich. Die Band spielt sich hinein in hypnotische, auf den Punkt gebrachte Grooves und Ansätze betörender Melodien.
Oliver Uschmann

Heads.

Collider

Release: 06.04.2018

℗ 2018 This Charming Man Records

Hinds »I Don’t Run« (Lucky Number / Rough Trade)
Auch auf ihrem zweiten Album bewahren sich die vier Frauen aus Madrid den Charme des Unperfekten und der Momentaufnahme. »Im Pop geht es um Perfektion. Wir sind das Gegenteil«, sagte Sängerin Carlotta Cosials einmal treffend über Hinds. Pop mit DIY-Punk-Attitüde, der fehlende technische Finesse mit entwaffnendem Charme wettmacht. Lo-Fi-König Gordon Raphael, der auch schon den Sound der Strokes geprägt hat, zeigt sich dabei als passende Wahl für den Produzenten-Stuhl.
Dominik Bruns

Hinds

I Don't Run

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Lucky Number Music Limited

Unknown Mortal Orchestra »Sex & Food« (Jagjaguwar / Cargo)
»Sex & Food«, geschrieben sowohl als Wiederbelebungsversuch der Rockmusik als auch als Kommentar zu Konsum und Kapitalismus, ist wieder ein Stilhybrid, dem besonders die funkelnde 1960er-Schlagseite gut steht. Allein: Dafür, dass das Orchestra wieder mit Pop um sich wirft, ist erschreckend wenig Hit dabei. Eben vieles, was beim Hören happy macht, aber dann doch nicht bleiben will. Es steht zu befürchten, dass zukünftige Generationen den Bandnamen doch wörtlich nehmen, statt Gründer Ruban Nielson in die Lennon-Liga zu hieven: das Orchester eines unbekannten Sterblichen.
Steffen Greiner

Unknown Mortal Orchestra

Sex & Food

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Jagjaguwar

Tom Misch »Geography« (Beyond The Groove / Kobalt / Rough Trade)
Aber Misch nimmt eine einer Armer-Poet-Pose ein, die ihm auch deshalb nicht steht, weil seine Musik so durch und durch kunsthandwerklich ist, dass sie bisweilen vom Komponieren selbst handelt, wie »It Runs Through Me« mit – kein Scheiß – De La Soul. Ein Lied, das leicht und sonnig klingt wie Jack Johnson auf Funk. Misch verweist lieber darauf, der gleichen Szene zu entstammen wie King Krule, dem boomenden Londoner Süden. Überhaupt soll dieser Text nicht negativ wirken, denn trotz seiner nervenden Attitüde ist Tom Misch mit seinem Debüt eben etwas unspektakulär Schönes gelungen.
Steffen Greiner

Tom Misch

Geography

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Beyond The Groove

Wye Oak »The Louder I Call, The Faster It Runs« (Merge / Cargo)
Die verschlungen-komplexe Rhythmik der Schlagzeug/Bass-Strukturen fließt wie ein zappelnder Trauerzug an den akzentuierten Pop-Momenten vorbei, die Jenn Wasner mit schmeichelndem Gesang (der Kate-Bush-Vergleich gilt nach wie vor) und virtuosem Rhythmus-Gitarrenspiel festpinnt. Im Gegensatz zum 2014er-Vorgänger »Shriek« ist der Einsatz des E-Basses dieses Mal etwas zurückgefahren, vielleicht auch, weil der Gitarrenhersteller Reverend Wasner eine Signature-Gitarre gewidmet hat. »If it ain’t broken, don’t fix it«, sagt der amerikanische Volksmund, und Wye Oak können ihr hohes Niveau im tanzbaren Dreampop-Universum auf Platte definitiv halten.
Klaas Tigchelaar

Wye Oak

The Louder I Call, The Faster It Runs

Release: 06.04.2018

℗ 2018 Merge Records