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Blizzard / Havas Interactive

Diablo

Nach drei Jahren kommt jetzt der lang erwartete Nachfolger zu Blizzards Meisterwerk „Diablo“ auf den internationalen Markt und dient auch in Deutschland als Trostpflaster für das schlechte Wetter. Das Spielprinzip gleicht dem des ersten Teils aufs Haar. Man kann aus mehreren Charakterklassen wählen
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Autor: intro.de

Nach drei Jahren kommt jetzt der lang erwartete Nachfolger zu Blizzards Meisterwerk „Diablo“ auf den internationalen Markt und dient auch in Deutschland als Trostpflaster für das schlechte Wetter.
Das Spielprinzip gleicht dem des ersten Teils aufs Haar. Man kann aus mehreren Charakterklassen wählen und mit seinem Helden auf die Reise in die dunkle Pixelwelt gehen. Im Laufe des Spiels bekommt man mehrere Aufträge, die es zu bewältigen gilt. Das Schema gleicht sich: Gehen Sie zu Punkt A, bringen Sie dort alle Gegner um, holen Sie Gegenstand B und/oder töten Sie Obermotz C. Tataa - fertig ist der Bestseller.Die Grafik ist im Vergleich zu anderen aktuellen Spielen eher bescheiden. Blizzard beschränkt sich auf 640x480 Pixel, und die Unterstützung von gängigen 3D-Karten macht das Spiel zwar etwas schöner anzuschauen, aber festzustellen ist das auch nur im direkten Vergleich zur 2D-Grafikversion. Der Haupteffekt der 3D-Karten ist hier der Gewinn an Spielfluss. Ausnahmen sind jedoch die Zwischenvideos, in denen Blizzard wieder Meisterwerke zaubert, die neben grandiosen Grafiken auch eine fantastische Atmosphäre schaffen.
Die Anforderungen sind trotz der minderen Grafik sehr hoch. Auf der Packung ist zwar die Rede von Pentium 233 mit 32MB RAM, aber auf einem Pentium III 400 mit 128MB und einer 16MB-TNT-Grafikkarte kann von flüssigem Spiel in höheren Levels keine Rede sein. Da müssen schon neuere Produkte eingebaut werden. Besonders bei effektlastigen Charakteren wie der Zauberin könnte „Diablo“ auch Postkarten mit Screenshots verschicken.
Das Battle.net ist ebenso problembelastet wie das Spiel selbst. Zwar wird durch die Interaktion der Spielreiz erhöht, aber die europäischen Server sind ständig inaktiv oder haben riesige Aussetzer. Bis man in ein Spiel eingeloggt ist, können etliche Versuche ins Land ziehen, und falls es mal klappt, ist es gut möglich, dass man nach fünf Minuten schon wieder rausfliegt oder per Time-out ins ewige Standbild verbannt wird. Doch falls mal alles funktioniert, ist der Spielspaß noch höher als in der Einzelspieler-Version.
Das Wunder an „Diablo2“ ist, dass trotz all der Fehler, Aussetzer und Diashows eine extreme Spielsucht entsteht. Diese Sucht wird vor allem vorangetrieben durch die mangelhafte Speicherfunktion, denn durch die verlässt man automatisch das aktuelle Spiel und muss beim nächsten Mal von vorne beginnen. Um dies zu vermeiden, hat der Spieler die Möglichkeit, sich durch das Anklicken von Wegpunkten im nächsten Spiel dorthin zu teleportieren.
Ein zweiter wichtiger Motor des Spiels sind die Fertigkeiten und Gegenstände, die es zu erlangen gilt, um den Charakter zu formen. Zusätzlich zu den normalen magischen Gegenständen gibt es noch seltene oder einzigartige und sogar ganze Sets von magischen Gegenständen, die es zu finden und zu komplettieren gilt.
Das Fazit aus mehreren Stunden am Tag und Tagen in der Woche „Diablo2“: Man fühlt sich irgendwie in die gute alte Zeit des C64 zurückversetzt. Spiele, die sehr langsam waren, keine wirklich gute Grafik hatten, aber einen trotzdem für Stunden fesseln konnten. Und bei Befriedung der Sucht kann man auch über so manche Mängel hinwegsehen.