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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Thrust«

DeWolff

DeWolff bleiben die vielleicht amerikanischste Band der Niederlande. Ihr Blues-Rock macht auf dem neuen Album »Thrust« wenig anders, aber auch kaum etwas falsch.

Geschrieben am

Ob es nun am holländischen Einfluss auf die ersten Kolonien oder am schmuddeligen Nieselwetter in unserem Nachbarland liegt: Kaum irgendwo in Europa erfreut sich klassisch amerikanisch geprägter, rückwärts gerichteter Blues-Rock einer solchen Beliebtheit wie in den Niederlanden. Dies zeigt sich nicht nur an den überproportional vielen Tour-Stopps, die internationale Blues-Bands dort einlegen, sondern auch an dem rasanten Aufstieg, den DeWolff in den zehn Jahren seit ihrer Gründung erfuhren. Auch auf ihrem mittlerweile sechsten Album springen die drei immer noch blutjungen Limburger mit dem Kopf voran in das tiefe Becken der Classic-Rock-Referenzen.

Sie lassen Gitarre und Keyboard um die Wette gniedeln (Spoiler-Warnung: Es endet unentschieden) und die simple Schubkraft, die der Albumtitel suggeriert, nur an wenigen Stellen wie der Single »California Burning« ausbrechen. Der amerikanische Einfluss zeigt sich in Southern-Rock-Songs wie »Outta Step & Ill At Ease«, den Texten zwischen Working-Man-Habitus und Trump-Kritik sowie ganz allgemein dem Hang zur Übertreibung: »Thrust« hätte sich problemlos nicht nur um ein bis zwei Songs, sondern auch um ein bis zwei selbstverliebte Soli kürzen lassen. Ist man eine der wichtigsten jungen Blues-Bands Europas, darf man sich allerdings auch etwas Selbstverliebtheit erlauben.

DeWolff

Thrust

Release: 04.05.2018

℗ 2018 Mascot Label Group/Mascot Records