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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Keep Your Silver Shined

Devon Sproule

Eine Klarinette klagt ihr Leid. Traurig und einsam, nur unterstützt von angejazzten Drums, weichen Bassläufen und wenigen Gitarrenpickings. Den Grund für die Misere erklärt uns Devon Sproule in den ersten Textzeilen von "Let's Go Out": "There is nothing in the fridge, nothing in the cupboard, th
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Eine Klarinette klagt ihr Leid. Traurig und einsam, nur unterstützt von angejazzten Drums, weichen Bassläufen und wenigen Gitarrenpickings. Den Grund für die Misere erklärt uns Devon Sproule in den ersten Textzeilen von "Let's Go Out": "There is nothing in the fridge, nothing in the cupboard, the jelly-jar is empty and I'm plum sick of peanut butter." Also kein Weltschmerz, sondern nur der ganz alltägliche Trott, der die 25-jährige Miss Sproule plagt. Alltag ist ein wichtiger Terminus im Zusammenhang mit Devon Sproules Sound.

Sie wohnt zusammen mit Ehemann und Mitmusiker Paul Curreri in einer mittelgroßen Kleinstadt namens Charlottesville, Virginia im mittleren Osten der USA, und es besteht kein Zweifel, dass auf "Keep Your Silver Shined" viel von einem beschaulichen Leben in einer amerikanischen Stadt mittlerer Größe durchschimmert. Das schreit natürlich nach Country- und Folk-Songs, die hier allerdings in einer sehr reduzierten Variante präsentiert werden. Sproule hat nichts mit überproduzierten Megapopmaschinen wie den Dixie Chicks am Hut, ist allerdings auch nicht mit der Schwere von Singer/Songwriter-Kolleginnen wie Beth Orton oder Cat Power unterwegs. Sie setzt auf eine bluegrassige Leichtigkeit. Es klingt nach Häkeldeckchen und Nachmittagssonne, nach frischem Kaffee und Erdbeerkuchen. Nahezu spießig. Aber genau darin liegt das Faszinierende. Alles ist wohlig warm und am richtigen Platz. Schon fast zum Heulen.