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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Ken«

Destroyer

Nach zwei meisterhaften Platten ist Dan Bejars zwölftes Studioalbum lediglich solide. Interessant sind vor allem die neuen Ideen, die der Kanadier mit seiner Band Destroyer in sein seit 2011 bestehendes Sounddesign integriert.
Geschrieben am
Eine Mutmaßung: Wenn jemand in 20 Jahren das musikalische Schaffen des Kanadiers Dan Bejar auf eine Platte reduzieren soll, dann werden sich alle auf »Kaputt« einigen können, denn das war die Umsturzplatte, auf der er seinem bisherigen Indie-Rock ein Update in Richtung 1980er-Pop verpasste und mit einer Form von Jazz kreuzte, die man in dieser Art bisher noch nicht gehört hatte. Auf dem Nachfolger »Poison Season« wurde es opulenter und rockiger, nun ist Bejar wieder minimalistischen Rezepten zugetan. Deshalb wirkt »Ken« im Vergleich zu den Vorgängern wie ein Schnellschuss. Stücke wie »In The Morning« und »Cover From The Sun« zeigen Destroyer skelettierter und am reduzierten New Wave Joy Divisions interessiert.

Vor allem auf der zweiten Hälfte begibt sich die Gruppe knietief in die 1980er und zeigt, auch durch die exzessive Verwendung von Synthies, dass sie viel Kraftwerk gehört hat. Mitunter klingen die Stücke weniger zwingend und berührend als auf den zwei grandiosen Vorgängern, zeigen aber auch, auch welch hohem Niveau Destroyer agieren. Eine kleine Qualitätsverschiebung nach unten führt also immer noch zu einer grundsoliden Platte. Mein Wunsch an Bejar und seine Mitmusiker: Beim nächsten Mal bitte wieder mehr Schwelgerisches wie »Saw You At The Hospital«!

Destroyer

ken (Deluxe Version)

Release: 20.10.2017

℗ 2017 Dead Oceans