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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Destiny Fulfilled

Destiny’s Child

Juhu, der Opener ›Lose My Breath‹ hämmert genau das raus, was wir von Destiny’s Child wollen. Kein Schmuseprogramm wie so häufig bei den Soloanstrengungen der drei Superstars, sondern atemlose, harte Aggressivität. »Hit me hard« ist das allererste rausgebellte Statement der Platte und lässt an Bri
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Juhu, der Opener ›Lose My Breath‹ hämmert genau das raus, was wir von Destiny’s Child wollen. Kein Schmuseprogramm wie so häufig bei den Soloanstrengungen der drei Superstars, sondern atemlose, harte Aggressivität. »Hit me hard« ist das allererste rausgebellte Statement der Platte und lässt an Britneys ersten Hit denken – und das heiße Gehechel zu den »Make me lose my breath«-Stakkato-Forderungen und geilen Berg-und-Talbahn-Synths erinnert auch ein bisschen an die unwiderstehliche Übersexualisierung von ›Slave 4U‹. Das zweite Stück reitet auf einem lässig gedehnten Gangsta-Vibe mit tighten Beats, zu denen T.I. und Lil Wayne rappen, und die Attitüde der Ladys ist nicht minder fordernd: der potenzielle Partner »gotta know to get dough and he better be street«, aber, und dieses Statement kann man nicht anders als politisch lesen, er muss ein »Soldier« sein, wie der Track auch heißt. Auch wenn die erfolgreichste Girl Group der Welt sich schon früher einer martialischen Kampfes-Metaphorik bedient hat, ist das hier von den Bush-Befürworterinnen vordergründig als Symbol für Männlichkeit gebrauchte Bild unschwer als Affirmation des Irak-Kriegs zu entschlüsseln. Ab Stück drei sinkt der Aggressions-Level dann rapide ab. Gefühlvolle Balladen mit viel Schmelz in den drei vielfach vergoldeten Stimmen und Lyrics über Sehnsucht, über Mädchen-Solidarität, die sich allerdings wieder nur am gemeinsamen Leiden am Mann festmacht, und Verzweifeln an der scheinbar gottgegebenen Untreue der Liebespartner. Am umwerfendsten sind Beyoncé, Kelly und Michelle auf dieser von Beyoncé gemeinsam mit Rodney Jerkins und vielen anderen großen Producern produzierten Platte nicht in den zuckersüßen Slow Jams, die mit Motown-Bläsern und geölten Streichern durchweg funktionieren, sondern in den Nummern, wo ein bisschen gerechter Hass das Tempo antreibt – wie z. B. am Ende noch mal in ›Through With Love‹. Davon demnächst bitte noch mehr: Denn nur mit köstlichem Ben&Jerrys-Eis auf dem Schoß und einem Taschentuch im Gesicht erfüllt sich das Schicksal ja auch nicht.