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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Watch Out, Boys!

Destiny's Child

Destiny's Child haben eine Sache mit Kylie Minogue gemeinsam: neidlose Anerkennung bei uns Mädchen. Und zwar auf allen Ebenen. Bei anderen Frauen rutscht einem ja schon mal raus: "Die Nase ist aber operiert." Ein Beispiel. Wahlweise werden natürlich auch andere Körperteile abschätzig als nicht ganz
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Destiny's Child haben eine Sache mit Kylie Minogue gemeinsam: neidlose Anerkennung bei uns Mädchen. Und zwar auf allen Ebenen. Bei anderen Frauen rutscht einem ja schon mal raus: "Die Nase ist aber operiert." Ein Beispiel. Wahlweise werden natürlich auch andere Körperteile abschätzig als nicht ganz echt bezeichnet. Aber Destiny's Child sind so was wie gute Freundinnen. Das liegt vielleicht an ihrem grandiosen Hit "Independent Woman", bei dem sich so ziemlich jedes Mädchen mit "Wave Your Hands Up At Me" angesprochen fühlte.

Kritisch hinterfragt: Ist das einfach nur ein guter Schachzug der Plattenfirma oder der Produzenten des Trios oder könnt ihr selbst mit dem Begriff "Independent Woman" wirklich was anfangen und, noch wichtiger, propagiert ihr diesen auch bewusst?

Michelle: Für mich ist das eine Frau, die für sich selbst entscheiden kann und die sich von niemandem abhängig macht. Finanziell, emotional oder mental. Ich glaube, Männer sehen das eher mit gemischten Gefühlen, die wollen uns ja gar nicht unabhängig sehen. Ich jedenfalls will auf eigenen Füßen stehen, auch wenn ich mit einem Mann zusammen bin. Ich finde es wirklich cool, dass Frauen heute einfach mehr Macht haben, wir eine bessere Bildung und auch mehr Geld bekommen. Außerdem bekommen wir Jobs, die früher nur Männern vorbehalten waren. Heute werden zum Beispiel ganze Magazine nur von Frauen gemacht. Früher waren wir auf den guten Willen von Männern angewiesen. Und heute können selbst alleinerziehende Mütter einem Beruf nachgehen und ihre Kinder großziehen. Das macht dann wiederum anderen Frauen Mut.

Und wie ist das im Musikgeschäft? Ist es da nicht immer noch für Frauen schwerer?

Michelle: Gott hat uns als einmalige Wesen erschaffen. Frauen sind mächtiger, als sie eigentlich denken.

Aber bei Plattenfirmen zum Beispiel sind die hohen Positionen immer noch von Männern besetzt.>

Michelle: Stimmt, das sehe ich genauso. Ich kenne nur wenige Frauen, die hohe Positionen haben, aber die machen das genauso gut oder schlecht wie Männer auch. Aber ich glaube schon, dass Männer Angst davor haben, dass wir ihnen ihre guten Jobs wegnehmen. Wahrscheinlich würden wir ihre Jobs besser machen als sie selbst. Ich finde, dass Frauen viel genauer arbeiten, die Jungs sollten also lieber aufpassen!

Ist euch das schon oft passiert, dass Männer auf euch zukamen, um euch doofe Ratschläge zu gebe? So nach dem Motto: "Das solltet ihr lieber soundso machen"?

Michelle: Beyoncé schreibt ja selbst die Songs. Aber ich bin sicher, dass da schon der ein oder andere gesagt hat, dass er behilflich sein könne. Beyoncé ist da ziemlich entschieden und sagt: "Nein. Das schreibe ich genau so. Und so wird das auch produziert. So und nicht anders." Sie schreibt ja auch einen Nummer-eins-Hit nach dem anderen. Aber wenn du eine Frau bist, dann musst du dich immer beweisen. Immer und immer wieder.

Mich nervt es vor allem, dass Frauen in vielen HipHop- und R'n'B-Videos als Accessoires dargestellt werden.

Michelle: Da hast du absolut recht. Ich will jetzt Master P. oder irgendeinem der anderen nicht den Kopf abreißen. Wenn die Frauen ihnen das nicht erlaubt hätten, sie so darzustellen, dann hätten die Typen das auch nicht machen können. Ich jedenfalls würde das nicht mit mir machen lassen, dass mir ein Typ Champagner über meinen halbnackten Körper gießt und dann alles ableckt. Andererseits glaube ich, dass die HipHopper das zeigen, was die Leute offensichtlich sehen wollen. Für mich gerät das allerdings außer Kontrolle. Schau dir das "Fiesta"-Video von R. Kelly an. Die Leute sind am Strand, okay, da passt es schon, dass die Mädchen einen Bikini tragen. Aber mal ehrlich: Kann man das dann nicht anders drehen? Die Frauen sehen auch gut aus, wenn man sie nicht unbedingt im Bikini zeigt. Es geht doch nur darum, dass die Kerle den Frauen am Arsch rumtatschen und Champagner über ihre Körper gießen dürfen. Geschmacklos.

Glaubst du, dass eine Band wie Destiny's Child auch die Aufgabe hat, ein anderes Frauenbild aufzubauen?

Michelle: Ich glaube schon, dass wir das machen. Auch mit der Art und Weise, wie wir uns anziehen. Ich finde, wir haben eine gute Balance zwischen Sexyness auf der einen Seite und "Vorbild sein" auf der anderen. Wir werden ja auch älter und tragen eine Verantwortung. Da muss man sich ja auch Gedanken machen bei dem, was man tut.

Urlaub Mit ... Destinys Child

Kelly Rowland: "Oh! Urlaub! Yesssssssss. Ich hatte ja eigentlich schon Urlaub, im Gegensatz zu Michelle und Beyoncé. Michelle hat an ihrem Album gearbeitet, und Beyoncé war mit 'Austin Powers' beschäftigt. Ich hab' zwar auch bei einer Fernsehshow gearbeitet, aber das dauerte nur zwei, drei Wochen. Wenn ich jetzt sofort Urlaub haben könnte, dann würde ich irgendwohin fliegen, wo das Meer wunderschön ist. Eine meiner Lieblingsstädte ist Miami. Miami ist sooo schön. Das Meer, die Energie der Stadt. Ich liebe es dort. Michelle und Beyoncé lieben Miami auch. Das ist unser Urlaubsfavorit. Die Leute sind da auch sehr nett, und man ist dort in einer total anderen Welt. Da können wir endlich mal die Sau rauslassen und eine Party nach der anderen feiern. Sonst haben wir überhaupt keine Zeit dazu. Entspannen ist natürlich auch wichtig. Der Tag könnte so aussehen: Wir stehen sehr spät auf, dann gehen wir zu einer netten Bar oder an den Pool. Und da den ganzen Tag rumgammeln. Pool oder Strand. Wir lieben das Meer. Ich bin Wassermann. Deswegen fühle ich mich wohl wie ein Fisch im Wasser. Aber ich schwimme nicht sehr weit raus. Vergiss es. Ich hab' solche Angst vor Haien. Wenn man in Miami von Haiangriffen hört, dann kriegt man ein ganz schön mulmiges Gefühl. Abends gehen wir natürlich aus. In Miami gibt es ziemlich viele gute Clubs, dieser eine ist besonders gut, wie heißt der noch mal ... Allerdings ist es ziemlich wichtig, dass wir uns irgendwie normal bewegen können. Deswegen tragen wir manchmal Hüte, die wir tief ins Gesicht ziehen, so dass uns niemand erkennt. Wir wollen eben auch mal so was wie Normalität."

Michelle Williams: "Urlaub ist für mich sehr wichtig. Wenn ich nach der Tour nach Hause komme, geht's sofort nach Miami. Für etwa eine Woche. Dann muss ich schon wieder arbeiten, um die Tour für mein Sololabum zu planen. Deswegen erlaubt mir die Plattenfirma nur eine Woche Urlaub, um mal wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Miami ist so toll, weil du direkt am Meer bist, du kannst nachts, wenn du im Bett liegst, die Wellen hören. Das liebe ich. Japan ist übrigens auch sehr schön, die Strände da sind super. Gibt es in Deutschland eigentlich Strände? Im Grunde reicht es mir schon, einfach nur an einem großen Strand zu liegen. Ich lese dann am liebsten oder lasse mich massieren oder mache einen Termin bei der Kosmetikerin. Aber wenn mir danach ist, schlafe ich auch den ganzen Tag. Zwischendurch schalte ich den Fernseher ein und esse. Eigentlich esse ich die ganze Zeit im Urlaub. Eine Woche ist natürlich kurz, aber für uns ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, mal Freizeit zu haben."