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»Der traurige König«: Afraid To Shoot Strangers

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Alte Hollywoodweisheit: Die letzten Tage vor der Pensionierung eines Cops sind immer die gefährlichsten. Doch auch Auszubildende leben neuerdings gefährlich: Schon bei der ersten Routinekontrolle schaut man in den Lauf einer handlichen Feuerwaffe und dem Tod ins Gesicht. Die junge Kollegin Julia (Sylta Fee Wegmann) feiert im Münchener Tatort »Der traurige König« jedenfalls keinen Einstand nach Maß.

Doch was sind ein paar Minuten Todesangst schon gegen das Päckchen, das der Leitmayr (Udo Wachtveitl) in den kommenden 80 Minuten zu tragen hat und das einem durch quälend lange Einstellungen seiner zerknirschten Gesichtslandschaft ebenfalls hart zusetzt? Nein, dieser »Tatort« ist wahrlich kein Vergnügen - und eben deshalb großes Heimkino. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, das die Drehbücher je nach Qualität quasi automatisch einer »Tatort«-Stadt zugeordnet werden, nach dem Motto »Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen«. Das Töpfchen ist hierbei zumeist München, gewissermaßen das »Mia san mir« des Tatorts.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1330293833]Das war jedenfalls einer der Tatorte, für die man (ich) Tatort schaut.[/usercomment]
Erstaunlich, wie oft die bayrische Landeshauptstadt damit punkten kann, sowohl eindrucksvolle Psychothriller (wie mit »Der traurige König« aber auch einem der besten Tatorte aller Zeiten, »Nie wieder frei sein«) als auch experimentierfreudige Krimis (wie seinerzeit im Echtzeit-Fall »Außer Gefecht«) zu liefern. Man mag kaum hinsehen, wie die Eltern des erschossenen Siggi leiden, wie Kommissar Leitmayr fast minütlich unter dem Druck der internen Ermittlungen und seines schlechten Gewissens zusammenzubrechen droht und man kann nicht hinhören, wie Leitmayr mit den Zähnen knirscht. Unterm Strich ergibt das den bis dato besten  »Tatort« des Jahres der sich obendrein anfühlt, wie ein paar Stunden zu wenig Schlaf: Es gibt Schlimmeres, aber nicht viel.

Das war super: Leitmayr brüllt den falschen Patienten an.
Das war mies: Wie der interne Ermittler Maus innerhalb von Sekunden vom Saulus zum Paulus mutiert als Batic ihm die Waffe vorhält: »Niemand mag mich«.
Lichtblick: Mit wieviel Hass Schorsch Aumeister (Wolfgang Hübsch) das Wort »Sau« ausspricht.

Nächsten Sonntag (04.03.) ermitteln dann wieder die Stuttgarter Supernasen Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) in »Scherbenhaufen«.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.