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»Der Tote im Nachtzug«: Hey Hey Mey Mey

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Conny Mey hat die Hosen an. Außer ganz am Anfang und kurz vor Ende, da hat sie sie aus. Und zeigt nebenbei, wie man eine Bettszene im »Tatort« cool aussehen lässt. Das Schweizer Ermittlerteam kann sich da im Nachhinein noch einmal eine Scheibe abschneiden. Und weil Benno Fürmann überraschend nicht der Mörder ist, Joachim Król seinem Ermittler Steier das richtige Maß an Arroganz und Sympathie zukommen lässt und Nina Kunzendorf weit mehr kann als die neuesten Produkte der Modekette Pimkie herumzutragen, muss »Der Tote im Nachtzug« jetzt schon als Beweis herhalten, dass das noch junge Frankfurter Ermittlerteam bestens funktioniert. Doch der Reihe nach.

Thomas Tuchel wird tot im Nachtzug von Warschau nach Frankfurt gefunden. Alle Anzeichen deuten auf Mord und den flüchtigen Holger Stanislawski, doch der ist nur ein Drogendealer, der vermittelst der Bundeswehr den afghanischen Exportschlager Opium unters Volk bringt. Soweit die im Vorfeld angekündigte »wahre Begebenheit« auf der der neueste »Tatort« angeblich beruhe. Kommissar Steier (Joachim Król) wird also mit noch fast frischer Stichwunde vom letzten Fall quasi vom Krankenbett aus wieder an die Ermittlerfront beordert, seine latenten Panikattacken setzen ihm dabei mehr zu als der Hochprozentige in seinem Schreibtisch. Kollegin Conny Mey (Nina Kunzendorf) wiederum hat zwischen zwei Eisprüngen gerade mal Zeit für ein bisschen Jogging (untermalt von Whitney Houston) und ein fleischhaltiges Abendessen mit Thomsen vom Verteidigungsministerium (untermalt von Guns N’ Roses), was aber wiederum reicht, um an alle benötigten Informationen in diesem kniffligen Mordfall zu kommen. Bei der Rekonstruktion des Tathergangs im Zugabteil kommen sich Mey und Steier zudem bedrohlich nahe, es droht die frühzeitige sexuelle Befangenheit.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1321822604]Die Story basierte ja angeblich auf einer wahren Begebenheit. Wahrscheinlich aber eher der Teil mit dem Drogenschmuggel der Bundeswehr, nicht der mit dem Selbstmord/Versicherungsbetrug.[/usercomment]
Was sich liest wie ein weiteres Katastrophendrehbuch aus der ARD-Fantasyschmiede ist in Wahrheit ein dramaturgisch sauberer, gut besetzter und bis in die letzte Dialogzeile stimmiger TV-Krimi – also im Grunde genommen all das, wofür der »Tatort« normalerweise nicht steht.

Als die beiden zum Schluss noch Versicherungsbetrug zu Gunsten der guten Sache begehen, beschleicht einen das Gefühl, dass es mit dem neuen Frankfurter »Tatort« der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein könnte.


Nächsten Sonntag (27.11.) ermitteln dann wieder die Münchener Leitmayr und Batic. Auf den ersten Blick »Ein ganz normaler Fall«.

 Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.