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Der DJ aus dem Totenschädel

Boys Noize

Der Neuberliner Alex Ridha hat sich mit seinem rabiaten Techno-Sound unter dem Imprint Boys Noize über die letzten Jahre zu einem der erfolgreichsten deutschen DJs und Produzenten entwickelt. Neben Remixen für Künstler wie Depeche Mode und Bloc Party arbeitete er als Produzent für Black Eyed Peas, Kelis und die Scissor Sisters. Sebastian Ingenhoff traf den leidenschaftlichen Baseballkäppi-Sammler zu einem Gespräch über das neue Album »Out Of The Black«, Snoop Doggs Badezimmer und die anstehende Live-Premiere in einem riesigen Totenschädel.
Geschrieben am

September 2011. Alex Ridha alias Boys Noize hat sich nach Los Angeles auf die Suche nach Snoop Dogg begeben. Mit dem glamourösen Rapper hatte der gebürtige Hamburger erstmals vor vier Jahren in Kontakt gestanden, als er den Auftrag bekam, die Single »Sensual Seduction« zu remixen. Im Gegenzug soll Snoop nun für einen Gastbeitrag auf dem neuen Boys-Noize-Album »Out Of The Black« gewonnen werden. Ridha kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: unter hochprofessionellen Bedingungen einen Hit basteln und für ein paar Tage das süße Leben in Upper-Class-California genießen. Denkt er zumindest. Doch statt Poolbar und Strand findet er eine Bruchbude vor, die mehr mit einem Kiffer-Film als mit »MTV Cribs« gemein hat. Außerdem wird Ridha für die Aufnahmen nicht wie erwartet ins hochwertige Studio gebeten, sondern aufs Klo. »Das war ziemlich chaotisch, die Mikros standen zum Teil wirklich vor der Toilette herum. Der Manager sagte aber zu mir, das sei völlig normal. In diesem Badezimmer seien schon Nummer-eins-Hits entstanden. Zum Beispiel ›California Gurls‹ mit Katy Perry«, erzählt Ridha.

Denn auch wenn Snoop mehrere Villen an verschiedenen Wohnorten sein Eigen nennt, nimmt sich sein Apartment in Downtown ziemlich bescheiden aus. »Das war schon ziemlich Ghetto-mäßig. Keine aufgemotzte Villa mit Pool, sondern eine stinknormale Bude. Ich dachte, ich bin wieder fünfzehn und roll rüber zu meinem Dealer, um mir Gras zu kaufen: Da sitzen ständig Snoops Kumpels rum und chillen«, kommentiert Ridha die Situation im September 2011. Den unerwarteten Bedingungen zum Trotz behält er klaren Kopf und schafft es nach geraumer Zeit, den berühmten Rapper vors Mikro zu bewegen, eben im Badezimmer. »Man muss Snoop immer erst ein bisschen viben, weil er wirklich sehr eigen ist. Der ist nicht gerne sofort mit jedem in einem Raum. Der will dich erst mal kennenlernen und auschecken, was du so für ein Typ bist.«

»Go It«, das Resultat jener Kollaboration mit Snoop Dogg, ist ebenfalls ein veritabler Hit. Ein sägender R’n’B-Track mit langsamen Beats, der mit allerlei unflätigem Vokabular daherkommt. »Ein ziemlich dicker HipHop-Track und für mich ein bisschen back to the roots, weil das genau die Musik war, mit der ich in den Achtzigern aufgewachsen bin. Deshalb war das ein interessantes Experiment«, sagt er.
Dabei hatte Alex Ridha zunächst ganz andere Pläne: Ursprünglich sollte mit Snoop eine gemeinsame Coverversion von Jungle Brothers’ »I’ll House You« angefertigt werden, dem »coolsten HipHouse-Track aller Zeiten«, doch er bekam von den Urheberrechtsinhabern eine Abfuhr erteilt. Niemand solle Hand anlegen dürfen an »I’ll House You«. Natürlich lässt Ridha trotzdem nichts auf die Jungle Brothers kommen, denn die konsequente Verweigerungshaltung erinnert nicht von ungefähr an das Detroiter Technokollektiv Underground Resistance, das schon ganze Kleinkriege mit Majorkompanien ausfocht, weil man sich weigerte, labeleigene Stücke covern zu lassen. Wobei wir Boys Noize natürlich nicht mit dem Trancekäse vergleichen wollen, der seinerzeit bei »Knights Of The Jaguar« herauskam. Im Gegenteil: Der mittlerweile in Berlin ansässige Hanseate ist riesengroßer Underground-Resistance-Fan und wurde mit der Musik der Gang um Mike Banks herum sozialisiert.Rough muss es klingen

Angefangen hat alles für Alex Ridha in seinen frühen Teenagerjahren: Mit fünfzehn arbeitete er bereits im Hamburger Plattenladen Underground Solution. Zu einer Zeit, als Techno »ganz schnell und ranzig« geworden sei. Damit habe er überhaupt nichts anfangen können. Doch mit der Zeit entwickelte er ein Gespür für die feinen Unterschiede in der elektronischen Tanzmusik. Der knisternde, mitunter auch harte, aber stets soulfulle Maschinenfunk von Underground Resistance sei neben Acid House die erste große Liebe gewesen, die ihn dauerhaft hinter die Plattenteller getrieben habe. Mit siebzehn wurde er Resident-DJ im Hamburger Club La Cage und mischte schon kurze Zeit später mit seinem Kumpel Andreas Meid unter dem Namen Kid Alex auch größere Festivals auf. Es folgten zwei Alben mit Kid Alex, ehe man sich 2007 einvernehmlich trennte. Was vor allem daran lag, dass Ridha mit seinem frisch gegründeten Soloprojekt Boys Noize zunehmend mit Bookinganfragen aus dem Ausland überschwemmt wurde und produktionstechnisch ohnehin neue Wege eingeschlagen hatte.

Es war die Zeit, als auch Ed Banger und New Rave durch die Decke gingen. Schon 2005 hatte Boys Noize die Maxi »Erole Attak«, eine Hommage an seinen prominenten Freund und Fürsprecher Erol Alkan, auf Tigas Label Turbo veröffentlicht. Der Durchbruch kam ein Jahr später mit dem Remix zu Bloc Partys »Banquet«. Innerhalb kürzester Zeit folgten Remixanfragen von Tiga, Feist und Depeche Mode. Nur in Deutschland schien er mit seinem Breitwandsound noch auf verlorenem Posten zu stehen: »Anfangs musste ich mich um Gigs in Deutschland regelrecht bemühen. Es hat seine Zeit gedauert, bis die Anfragen von selbst kamen. Meine Musik war zwar Techno, hatte aber nichts mit dem Minimalsound zu tun, der hier vorwiegend gespielt wurde. Was Leute wie Ed-Banger-Labelchef Pedro Winter, Justice, Erol Alkan oder ich gemacht haben, war ja das genaue Gegenteil davon. Also eher maximal«, schmunzelt er. Dabei speisen sich Boys-Noize-Sets aus den verschiedensten Quellen: von Acid über den klassischen Techno Detroit’scher Herkunft bis hin zu aktuellen Produktionen. Nur »rough« müsse es klingen. So wird bei seinen DJ-Sets anstelle minutenlanger Übergänge auch gerne mal hart gecuttet, was sich der HipHop-Vergangenheit verdankt.

Seine Vorliebe für Acid House lebte Alex Ridha schon im letzten Jahr mit der auf Boysnoize Records erschienenen Compilation »Boysnoize presents Super Acid« aus, auf der befreundete Künstler wie Siriusmo, Feadz oder Djedjotronic dem Sound aus Chicago mit verschiedensten Mitteln neues Leben einhauchten. Doch auch Boys Noize’ eigenen Produktionen merkt man zunehmend an, dass er mehr kann als brüllendes In-yer-face-Theater.Boys Noize pur

Auf »Out Of The Black«, seinem mittlerweile dritten Album, finden sich neben großen Rave-Hymnen auch HipHop-Produktionen und Stücke, die mit einem oder anderthalb Augen in Richtung zeitgenössische britische Bassmusik schielen. Fast alles hat er im Alleingang eingespielt, auch wenn ein Allstar-Album, wie es zuletzt seine Freunde Modeselektor abgeliefert haben, bei seinem Status naheläge. Schließlich hat er bereits Leute wie Kelis, Gonzales oder Santigold produziert, David Lynch und Marilyn Manson geremixt und zudem mit Skrillex, Peaches und Daft Punk zusammen gearbeitet. Doch auf »Out Of The Black« bleiben derlei Kollaborationen die Ausnahme: »Die Musik fängt bei mir an und ist erst mal nur für meine DJ-Sets gedacht. Wenn ich auflege, spiele ich aber nur selten Vocalnummern, weil mir das oft zu cheesy ist«, führt Ridha aus. »Wenn es um meine eigene Musik geht, tu ich mich schwer mit Gesang, weil ich mich dann wie ein Produzent für andere Künstler fühle. Es wäre für mich dann kein Boys-Noize-Album mehr. Deshalb experimentiere ich viel lieber mit Roboterstimmen und anderen künstlichen Vocals herum. Ich versuche die menschliche Stimme möglichst cool zu verändern, das hab ich ja schon gemacht, bevor es mit Auto-Tune wieder voll losging«, sagt er. So gibt es neben der eingangs erwähnten Kollaboration mit Snoop Dogg noch ein Stück mit seinem Kumpel Siriusmo und einen Track mit dem Rapper Gizzle. Der Rest ist Boys Noize pur.

Unterwegs mit dem Tross

Siriusmo ist auch in die demnächst anstehende Liveshow involviert. Bisher trat Boys Noize ausschließlich als DJ in Erscheinung, auch wenn seine Sets eher Konzerten gleichen, bei denen mitunter sogar gestagedivet wird. Doch nun steht auch die Livepremiere an, im Zuge derer Ridha in einem von ihm und Siriusmo gemeinsam gestalteten überdimensionalen Totenschädel performt. Auf Tour ist er deshalb mit einem Tross von zehn Leuten unterwegs. Schließlich ginge es darum, ein richtiges Konzertgefühl zu schaffen, das sich von den gängigen Laptop-Sets nicht nur in akustischer Hinsicht, sondern auch visuell absetze. »Live zu spielen ist eine besondere Herausforderung. In meinen Tracks stecken wahnsinnig viele Sounds drin, da kann man sich nicht mal eben mit ein paar Tools hinstellen und performen. Ich habe jetzt aber einen ganz guten Weg gefunden, Mash-ups von meinen Songs zu machen und die miteinander zu vereinen, sodass es nicht so klingt, als würde ich einfach mein Album durchskippen. Der Bühnenaufbau mit dem Schädel ist logistisch gesehen natürlich der absolute Wahnsinn, weil das Teil riesig ist. Ich bin ziemlich aufgeregt, was die Premiere angeht«, erzählt Ridha.

Besagte Premiere findet Anfang Oktober in der Berliner Columbiahalle statt. Doch wer auf dem Klo mal schnell einen Hit basteln, wer die Massen auch mit fremden Platten binnen kürzester Zeit zum Ausrasten bringen kann, sollte sich keine Sorgen machen. Ordentlich Futter für die Ravecrowd bietet »Out Of The Black« allemal.Kleinkriege mit Majorkompanien
Im März 1999 bemühten sich Sony und BMG um eine Lizenzierung des Underground-Resistance-Tracks »Knights Of The Jaguar« von DJ Rolando, wurden aber abgewiesen. Kurze Zeit später veröffentlichte BMG trotzdem eine Trance-Coverversion des Stückes, was zu massiven Protesten von UR-Fans führte. UR-Chef Mike Banks sagte damals: »Ich bete für die Seelen der Leute, die das getan haben. Denn das war, wie einen Engel zu vergewaltigen.«

Erol Alkan
Bekannt wurde Erol Alkan 2004 durch ein Mash-up von Kylie Minogues »Can’t Get You Out Of My Head« mit dem New-Order-Stück »Blue Monday«. Seitdem hat er zahlreiche Remixe für Künstler wie Hot Chip, Daft Punk oder MGMT angefertigt und ist einer der umtriebigsten DJs Großbritanniens.

Label
2005 gründete Ridha sein eigenes Label Boysnoize Records, auf dem Künstler wie Housemeister, Siriusmo oder Spank Rock veröffentlichen. 2010 kam das Sublabel BNR Trax hinzu, das mittlerweile auch schon bei Katalognummer 21 angelangt ist.

Siriusmo
Der Berliner Produzent ist auch als Sprayer und Künstler aktiv und hat Alben auf Boysnoize Records und Monkeytown (dem Label von Modeselektor) veröffentlicht. Wie Boys Noize versucht auch Siriusmo, Techno mit den Mitteln von HipHop und britischer Bassmusik weiterzudenken.Die Musikwelt über Boys Noize

Tausend Kollaboration, tausend Erlebnisse. Wir fragten prominente Studiopartner von Alex Ridha nach ihren Erfahrungen mit dem Wahlberliner.

Chilly Gonzales
»Alex und ich schickten uns zunächst Songs hin und her, ehe wir anfingen, konzentriert an meinem Album ›Ivory Tower‹ zu arbeiten. Als ich schließlich nach Berlin ging, um das Album fertigzustellen, bekam ich eine Lektion in Sachen elektronische Liveproduktion. Die Rhythmusmaschinen wurden handgespielt, nicht programmiert, und Alex hat der Musik live immer noch etwas hinzugefügt, egal, ob ich gerade Keyboard gespielt oder sonst irgendwas gemacht habe. Später haben wir dann ein 909/Piano-Duett live auf dem Berlin Festival improvisiert. Es war, wie mit einem Jazzdrummer zu spielen, sogar noch besser, einfach, weil es moderner klang. Viele zeitgenössische junge Produzenten denken, dass Musik direkt in einem Laptop entsteht, aber Alex ist ein wahrer Musiker, der zeigt, dass man elektronische Musik auch regelrecht komponieren kann.«

Jake Shears (Scissor Sisters)
»Ich habe Boys Noize zusammen mit Major Lazer im Terminal 5 in New York gesehen. Das war wie ein Anschlag auf die Gehörgänge. Elektronische Musik wie auf einem völlig neuen Level. Er schafft es, mich während seiner DJ-Sets ausrasten zu lassen, als wäre ich völlig geisteskrank. Einmal hat er sogar in meinem Haus aufgelegt und das Set seines Lebens gespielt. Die Party geriet derart außer Kontrolle, dass am Ende 15 NYPD-Cops das Haus gestürmt und Alex den Strom abgestellt haben.
Wir haben uns dann in Berlin getroffen, und er hat einen wahnsinnigen Remix von einem unserer Stücke gemacht (›Invisible Light‹). Danach haben wir angefangen, miteinander zu arbeiten. Nachdem wir ein paar Songs zusammen geschrieben hatten, wusste ich, dass ich ihn unbedingt als Produzenten für unser nächstes Album engagieren musste. Er ist wahnsinnig talentiert und bereit, vertrautes Terrain zu verlassen und völlig neue Sachen auszuprobieren.«

Feadz
»Ich traf Boys Noize das erste Mal 2006. Zu dieser Zeit legte ich seine noch unveröffentlichten Tracks auf, die Publikumsreaktionen waren immer fantastisch. Dann kam sein Debütalbum ›Oi Oi Oi‹ heraus, und die Tracks waren plötzlich nicht mehr geheim. Alle spielten Alex’ Musik plötzlich überall. Er fragte mich nach einem Remix, wir wurden Freunde, und ich hatte endlich eine Person gefunden, deren musikalisches Verständnis dem meinen sehr ähnlich war. Ein wahrer Musikliebhaber, DJ aus Leidenschaft, passioniert und doch voller Respekt der Musik gegenüber. Er hat Hunderte von Tracks herausgebracht, Remixe für Gott und die Welt angefertigt und mit seinem Label ein Imperium geschaffen. Ich begriff schnell, dass er ein Genie ist, und habe seither nie wieder jemanden getroffen, der sich Techno so sehr verschrieben hat und trotz des Erfolgs so nett und offen geblieben ist. Er ist eine wahre Inspiration und von den Technogöttern geküsst worden.«

Kano
»Neben der inspirierenden Zusammenarbeit ist mir die gesunde Ernährung in Erinnerung geblieben: Alex ist das komplette Gegenteil des typischen ›Oh, schon Viertel vor zwölf, lass uns noch schnell eine Pizza holen‹-Studiodings. Alex hat uns als Erstes Lachs und Rührei gekocht, als ich in sein Studio gekommen bin. Das Erste, was ich mir nach meiner Rückkehr gekauft habe, war nicht die Roland TR-707 Drummaschine, sondern diese Dualit-Küchenmaschine, um mir seitdem jeden Morgen Ananas-, Karotten- oder Ingwersäfte machen zu können, so wie er es getan hat. Vermutlich arbeitet Alex so effizient, weil er so gesund lebt.«

Skrillex
»Wir trafen uns 2010 beim HARD Festival in Los Angeles, nachdem wir in den letzten Jahren wahrscheinlich schon Hunderte Male auf denselben Festivals und Partys aufgelegt hatten, ohne näher in Kontakt zu kommen. Dann freundeten wir uns an, und irgendwann kam die Idee, ein gemeinsames Projekt zu starten – Dog Blood. Das Resultat war so gut, dass wir unbedingt weitermachen wollen. Die Arbeit mit ihm ist wahnsinnig unkompliziert und intuitiv, das meiste ergibt sich von selbst. Wir haben eigentlich einen ganz unterschiedlichen Background: Er kommt aus der analogen Ecke, ich aus der digitalen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen ergänzt sich das ganz gut. Wir lernen viel voneinander, und das ist ja das Wichtigste, wenn man mit jemandem zusammen arbeitet.«

Spank Rock
»Es gibt nur wenige Produzenten wie Alex Ridha. Er kennt sich genreübergreifend sehr gut mit Musik aus, ist stets geschmackssicher, hält an seiner oldschooligen Musikphilosophie fest, ohne sich zu verbiegen. Er ist in der Lage, gute Beats zu basteln, kann neue Sounds kreieren und alles perfekt miteinander in Einklang bringen. Als er sich bereit erklärte, mein Album zu produzieren, war ich heilfroh. Die Dinge liefen zu jener Zeit nicht gut für mich, sowohl privat wie auch beruflich. Es gab damals sicherlich fröhlichere Zeitgenossen als mich. Mit Alex zu arbeiten war befreiend, weil er eben diese Frohnatur ist. Er spielte mir irgendwelche obskuren Platten vor, hat sich dann an seine Drummachines gesetzt und angefangen, wilde Beats zu basteln. Mit ihm zu arbeiten hat mir wieder bewusst gemacht, worum es beim Musikmachen geht: Spaß zu haben! Er schert sich einen Teufel um Trends oder Ruhm oder um irgendwelche Blogeinträge, er will einfach nur Musik machen. Hätte es Alex damals nicht gegeben, wüsste ich nicht, ob ich heute noch Musik machen würde.«

Boys Noize »Out Of The Black« (Boysnoize / Rough Trade / VÖ 05.10.) Intro empfiehlt die Tour: 06.10. Berlin, Columbiahalle § 14.11. Köln, E-Werk § 15.11. Hamburg, Docks § 17.11. München, Kesselhaus