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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Rivonia

Dear Reader

»Rivonia«, das dritte Album von Dear Reader, sollte ursprünglich eine Übung in Selbstbeschränkung werden. Der Anspruch ist wohl gescheitert.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Zwar ist es wahr, dass sich die Arrangements der Sängerin und Songschreiberin Cherilyn MacNeil diesmal auf Klavier und Schlagzeug stützen, Streicher, Bläser, Schifferklavier und zusätzliche Gesangsspuren füllen aber Leerstellen, wo sie als unschön empfunden werden. Textlich geht es für die Wahl-Berlinerin um ihre Heimat Südafrika und deren Befreiung von der Apartheid: Rivonia heißt das Viertel Johannesburgs, in dem sie aufwuchs, hier wurde aber auch Nelson Mandela verhaftet, bevor er für Jahrzehnte im Gefängnis landete.

Für sirupsüße Nostalgie ist in dieser Rückschau kein Platz, wohl aber für wohlproportionierte Opulenz. MacNeil klingt beizeiten triumphal, mit einem kalkulierten Sinn fürs Dramatische. Der barocke Gestus, die Erzählerpose und so mancher Gesangsschlenker rücken »Rivonia« in die Nähe von Joanna Newsom, nicht zu MacNeils Nachteil. Dieser ausgesprochen zugängliche Storyteller-Pop kann was.

In drei Worten: Beschränkt / Südafrika / Story-Pop