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An Optimist Notes The Dusk

David Grubbs

Obwohl hier einer Folk und Blues dermaßen zerlegt, wie man es sonst nur aus der Neuen Musik oder dem Free Jazz kennt (Stichwort: Derek Bailey), gelingt Grubbs Musik von betörender Schönheit
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Obwohl hier einer Folk und Blues dermaßen zerlegt, wie man es sonst nur aus der Neuen Musik oder dem Free Jazz kennt (Stichwort: Derek Bailey), gelingt Grubbs Musik von betörender Schönheit.

Wie es der Zufall so will, habe ich mir eine Woche, bevor mich die neue David-Grubbs-CD erreichte, das Vinyl-Reissue von Squirrel Bait gekauft, ebenfalls bei Drag City erschienen. Grubbs und seine Kumpels müssen, als sie Squirrel Bait gegründet haben, so um die 16 Jahre alt gewesen sein.

Und doch ist ihnen Mitte der Achtziger eines der besten Post-Punk-Alben aller Zeiten gelungen. Neben Mission Of Burma war Squirrel Bait die damals in den USA wohl einzige Band, die der Hardcore-Szene entstammte, aber keinen konventionellen Knüppel-Core spielte, sondern komplexe, gebrochene, reflektierte und doch zugleich emotional absolut packende Musik.

Inzwischen ist Grubbs sehr viel ruhiger geworden, doch all das, was Squirrel Bait auszeichnete, ist immer noch vorhanden, in all den Jahren mit Bastro und Gastr Del Sol nie wirklich verschwunden, sondern schrittweise verfeinert worden: Trotz hohem Abstraktionsgrad geht die Musik an die Substanz, wühlt auf. "An Optimist Notes The Dusk" besteht aus total krummer, an keiner Stelle konventionelle Akkorde aufgreifender Gitarrenarbeit und einem ebenso krummen, sich um die von Pausen durchsetzte Instrumentierung schlängelnden Gesang.

Obwohl hier einer Folk und Blues dermaßen zerlegt, wie man es sonst nur aus der Neuen Musik oder dem Free Jazz kennt (Stichwort: Derek Bailey), gelingt Grubbs Musik von betörender Schönheit, die zudem dermaßen grandios aufgenommen wurde, dass man das Gefühl hat, selbst in den Instrumenten zu sitzen und von ihnen hin und her gekullert zu werden.