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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Angels & Ghosts«

Dave Gahan & Soulsavers

Pompöser Hochglanz-Pop mit biblischer Wucht – Dave Gahan und die Soulsavers suchen auf »Angels & Ghosts« weiter nach Erlösung.
Geschrieben am
Vor einer Weile durfte ich als protestantisch getaufter Atheist einer katholischen Bischofsweihe beiwohnen. Gold, Weihrauch, pompöse Rituale zu Orgel-Bombast und Chorgesang – es war schwer, sich der Faszination dieser befremdlichen Veranstaltung in all ihrer ergreifenden Theatralik zu entziehen. Ähnlich geht es mir beim Soulsavers-Album mit Dave Gahan. Mit demselben großen Gestus, mit dem der Sänger bei Depeche Mode als gemarterte Seele nach Erlösung sucht und damit Fußballstadien in seinen Bann zieht, zelebriert er seinen Seelenschmerz auch auf »Angels & Ghosts«.

Das britische Produzenten-Duo Soulsavers untermauert dies mit einer Grundlage aus mächtigen Beats, himmlischen Chören und gelegentlichen Gitarrenriffs über gefälligen Sound-Teppichen. Klingt, als könnte das die perfekte Ergänzung sein, ist aber in der Summe zu viel des Guten. Bei Depeche Mode machten die kühlen, düsteren Sounds insbesondere des Spätwerks Gahans quasireligiöse Selbstinszenierung genießbar. Bei den Soulsavers hingegen fehlt dieses Gegengewicht – und die eigentlich gelungenen Songs kippen in schwülstigen Kitsch. Mit dem trockenen, unprätentiösen Gesang eines Mark Lanegan funktionierte dieser Breitwand-Pop zwischen TripHop, Gospel und Alternative Rock deutlich besser.  

-Dave Gahan & Soulsavers
»Angels & Ghosts« (Columbia / Sony / VÖ 23.10.15)

Dave Gahan & Soulsavers

Angels & Ghosts

Release: 23.10.2015

℗ 2015 Venusnote Ltd., under exclusive license to Columbia Records, a Division of Sony Music Entertainment