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»Das schwarze Haus«: Fischen im Trüben

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

»Wer ist Opfer? Wer ist Täter? Wen observieren wir, wen schützen wir?« Es sind Sätze wie dieser, weswegen sich der Konstanzer Tatort seit jeher schwer tut, im Angesicht der Konkurrenz von »Schwiegertochter gesucht« bis »Wunderschönes NRW« einen vermeintlich sicheren Vorsprung über die Zeit zu retten. Irgendwann schaltet man evtl. doch um, frei nach dem Motto »Komm, sagte der Esel, etwas Besseres als den Tod finden wir überall.« Etwas besseres als Hannes Jaenicke findet man allerdings auch überall, denn der Aushilfs-Bono und Bonobo-Freund sollte die ihm gottgegebene Arroganz und Besserwisserei unbedingt für Sinnvolleres wie den Tier- und Umweltschutz nutzen, anstatt als Gesichtshinhalter vor der Kamera zu agieren.

Im Konstanzer Fall »Das schwarze Haus« darf der Jaenicke sich aber mit all der ihm zur Verfügung stehenden Mimik noch mal richtig austoben: Als Krimiautor Ruben Rath sitzt er in seinem feudalen Herrenhaus am Bodensee und sinniert über neue Mordmöglichkeiten, nur unterbrochen von der verdächtigen Haushälterin, dem Sohn mit Aspergersyndrom und der ein oder anderen Schreibblockade Woody Allenschen Ausmaßes. Dumm nur, dass irgendwer an einer viel größeren Geschichte schreibt, sich seiner Romanvorlagen bedient und lustig mordet. Auftritt Klara Blum und Kai Perlmann in Persona Eva Mattes und Sebastian Bezzel, für erstere eine willkommene Gelegenheit, vom illegalen Angeln und Kontemplieren abzulassen, für letzteren die Chance, wieder komplett im Windschatten seiner Vorgesetzten zu verschwinden. Muss man auch erstmal schaffen.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1318804329]Also, wenn es nicht diesen doofen Überbau mit dem Meta-Krimi gegeben hätte und wenn da nicht dieser völlig unglaubwürdige und beschissen gespielte Showdown im Bootshaus gewesen wäre, dann wär es fast ok gewesen so für Konstanzer Verhältnisse...[/usercomment]
Und während die Blum, wie immer in sich ruhend, vor sich hin ermittelt, verpasst sie fast noch den finalen Showdown im Bootshaus, bei dem der missverstandene Künstlerkollege Patrick Jeschke seinen teuflischen Plan eines Meta-Krimis fast noch in die Tat umgesetzt hätte und die Laien-Performance seines diabolisch lachenden Darstellers Michael Kausch unverständlicher Weise auf Blitze und Rauch verzichten muss. Letzte Chance also auch vertan.

Nächsten Sonntag (23.10.) ermitteln dann wieder die Hauptstadt-Cowboys Ritter und Stark im »Mauerpark«.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.