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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Deutschland gegen Raven: Pille, palle, pralle

Das Jahr 08

Pille palle, alle pralle: Druff druff druff druff druff. Drogen waren lange nicht mehr so präsent in der Popkultur wie 2008.
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Pille palle, alle pralle: Druff druff druff druff druff. Drogen waren lange nicht mehr so präsent in der Popkultur wie 2008, was sich nicht nur am durchschlagenden Erfolg von Lützenkirchens Feierhymne ablesen lässt.

Man kann kaum noch auf die Straße gehen, ohne von irgendwem eine Line oder einen Fingerdipp MDMA angeboten zu bekommen. Rudel von Menschen drängen sich Wochenende für Wochenende dicht in den Klokabinen der Clubs. Drogen nehmen ist chic, die Maßlosigkeit kennt keine Grenzen. Das Zeug wird förmlich gefressen. Befeuert wird das Ganze auch durch die stetig wachsende Afterhour-Kultur. Donnerstag in den Club und Sonntagabend zum Tatort aufs heimische Sofa zurück - längst keine Seltenheit mehr.

Dazwischen liegen drei Tage wach und jede Menge Speed, Koks, MDMA, Pillen, neuerdings auch immer wieder Liquid Ecstasy, eine Droge, deren enthusiasmierende Wirkung alles bisher Dagewesene toppt, deren Einnahme bei Fehldosierung aber auch mal auf der Intensivstation enden kann.

Video: 3 Tage Wach - Party People Version (inoffiziell)



Drogen waren immer schon eine tragende Säule der Popkultur und besonders der elektronischen Musik. Was wären Acid House und Manchester-Rave Ende der Achtziger ohne Ecstasy gewesen? Doch nach der durchrauschten Nacht ging man am nächsten Mittag brav nach Hause und übte sich ob des folgenden Seelenkaters in Reue und Demut. Unter der Woche wurde wieder mit protestantischem Eifer gearbeitet beziehungsweise über der Revolution gebrütet.

Heute gibt es keine Arbeit und auch keine Revolution mehr, und der Seelenkater wird weggeschossen. Das Wochenende verlängert sich ins Unendliche. Das Leben ist ein einziges Remmidemmi. Manche nennen das Systemdestabilisierung. Bleibt nur die Frage, welches System sich hier langfristig destabilisiert.