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Mussten alle mit: Die Toten im Pop

Das Jahr 08

Die gute Nachricht zuerst: 2008 wurde kein populärer Musiker erstochen. Das war's aber auch schon. Gevatter Tod, die alte Nervensäge, schlug ansonsten gnadenlos zu.
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Die gute Nachricht zuerst: 2008 wurde kein populärer Musiker erstochen. Das war's aber auch schon. Gevatter Tod, die alte Nervensäge, schlug ansonsten wieder so gnadenlos zu wie immer.


Joe Gibbs († 21.02.), jamaikanische Produzentenlegende, starb an einem Herzanfall. Gibbs produzierte u. a. mit "Hold Them" eines der ersten Rocksteadystücke und den Reggaemeilenstein "Two Sevens Clash" von Culture.

Im März verlor die elektronische Musik einen wichtigen Vorreiter: Klaus Dinger, Erfinder des Motorik-Beats und Mitglied bei Gruppen wie Kraftwerk und Neu! starb am 21. März an Herzversagen.

Am 29. April starb ein Mann, der zwar nie Musik veröffentlicht hatte, aber ohne den die Popkultur des 20. Jahrhunderts undenkbar wäre: Albert Hofmann, Genie und wagemutiger Entdecker des LSDs, starb im Alter von 102 (!) an einem Herzinfarkt.

Eine Wissenschaftlerin für sich war Bebe Barron († 20.04.). Bereits in den frühen 50ern nahm sie mit ihrem Mann Louis bizarre Elektroniksounds auf, die die heutige Myspace-Generation wie das Musikantenstadl dastehen lassen. Das bekannteste Werk der Barrons bleibt die Musik zum Film "Forbidden Planet", der erste elektronische Score aller Zeiten.

Larry Levine
(† 08.05.) war neben Phil Spector einer der wichtigsten Konstrukteure der "Wall of Sound" und als Produzent u. a. für das legendäre "Pet Sounds"-Album verantwortlich. Er starb an einem Lungenemphysem.

Im Juni starb Bo Diddley († 02.06.). Der "Originator", wie man ihn wegen seines massiven Einflusses auf alle Rock'n'Roll-Gitarristen nach ihm nannte, erlag einem Herzleiden.

Isaac Hayes
(† 10.08.) wird auf ewig für seinen großartigen Soundtrack zu "Shaft" in Erinnerung bleiben. Das Soulgenie stellte seine bullige Physis außerdem für Klassiker wie "Die Klapperschlange" als Darsteller zur Verfügung und lieh dem Koch von "South Park" seine sonore Stimme. Er starb mit 66 an den Folgen eines Hirnschlags.

Ungefähr im gleichen Alter war Richard Wright († 15.09.), der mit seinem Keyboardspiel den Sound seiner Band Pink Floyd prägte. Er starb an einem Krebsleiden.

2008 war kein gutes Jahr für den Rocksteady: Auch der "Godfather" des Genres, Alton Ellis († 10.10.), starb an Krebs. Sein unsterblicher "Mad Mad Riddim" wird aber sicher als Sample noch in vielen HipHop-Stücken auftauchen.

Einen unschätzbaren Einfluss auf die Rap-Musik hatte auch der Stand-up-Komiker und Filmemacher Rudy Ray Moore († 18.10.), der seine schlüpfrigen Witze so flüssig reimen konnte, dass man ihn auch als den "Godfather of Rap" bezeichnete. Er fiel seiner Diabetes zum Opfer.

Auch nicht vergessen wollen wir den Rap-A-Lot-Veteranen O.G. Style († 02.01.), den Pere-Ubu-Gitarristen Jim Jones († 18.02.), den ehemaligen Void-Drummer Sean Finnegan († 30.01.), den sibirischen Punkrocker Jegor Letow (†19.02.), den blinden Gitarrenvirtousen Jeff Healey († 02.03.), Houstons Rapveteranen VL Mike († 20.04.), den Undergroundrapper Mai Camu Tao († 25.05.), Hank Williams' Steelgitarristen Don Helms († 11.08.), Steven Foley († 23.09.), Johnny J. († 03.10.) und Gidget Gein († 09.10.). RIP, ihr alle.