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Das Grauen hat deinen Namen

Ertugrul Edirne

Als wir beschlossen, eine Themenausgabe Spuk zu machen, ahnten wir nicht, dass wir dafür mit Ertugrul Edirne einen der Originalzeichner würden gewinnen können. Umso geiler finden wir das jetzt natürlich.
Geschrieben am

Autor: Diverse

Ertugrul Edirne, ein stolzer türkischer Name, der nur im hiesigen Kulturkreis wie ein sinnloses Anagramm wirkt. Edirne stammt aus Istanbul, lebt seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland, mittlerweile Köln. Er zeichnet u. a. für Perry Rhodan, John Sinclair, Manos - der Dämonenjäger, Bessy sowie Mercedes und Bacardi. Uns bleibt er aber vor allem mit seinen Coverzeichnungen für die legendären "Gespenster Geschichten" (diese Mischung aus Grusel und augenzwinkerndem Trash) in Erinnerung.

Als wir beschlossen, eine Themenausgabe Spuk zu machen, ahnten wir nicht, dass wir dafür mit ihm einen der Originalzeichner würden gewinnen können. Umso geiler finden wir das jetzt natürlich und wollen dann doch auch noch was wissen, wenn so jemand schon mal unser Nerd-Heft bestückt.

Mal konzentriert auf Ihr gespenstisches Schaffen: Wie ergab sich dieser Link? Kam erst die Anfrage von Bastei zu Ihnen, oder kamen zuerst die Gespenster in Ihre Bilder?
Den Bastei-Verlag habe ich bereits 1978 bei einem Deutschlandbesuch kennengelernt. Von denen erhielt ich einen Probeauftrag für die Serie "Gespenster Geschichten", der sofort akzeptiert wurde. Später erhielt ich dann mehr und mehr Aufträge, insgesamt habe ich über 700 Titelbilder für fast alle Comic-Serien des Bastei-Verlags gezeichnet.

Wenn man ein so vielseitiges Portfolio besitzt, drängt sich die Frage auf, ob Sie Ihre Kunst mit all den Aufträgen abdecken können. Oder gibt es Dinge und Stile, die Sie nur für sich zeichnen können und wollen?
Natürlich arbeite ich für mich und pflege meinen eigenen Stil. Den hatte ich immer vor Augen. Ich bin allerdings der Meinung, dass man einen Perfektionismus erst dann erreicht, wenn man sich auch in die verschiedenen Arbeitsweisen anderer herausragender Künstler hineinversetzt, sie zu interpretieren versteht, um sie schließlich zu übertreffen. Mein Anspruch ist, dynamischen Realismus in all meinen Illustrationen perfekt umzusetzen - und zwar auf die klassische Art.

Wie sehr haben die neuen (Computer-) Techniken Ihre Arbeit verändert? Oder kann es auch das eigene Markenzeichen stärken, sich dem nicht zu öffnen?
Das Internet und grafische Computerprogramme benutze ich ausschließlich dahingehend, dass sie mir helfen sollen, die Recherche und die Vorbereitungszeit für meine Bilder zu verkürzen und zu vereinfachen. Mehr nicht. Würde ich mit Programmen wie Photoshop oder Painter hantieren, könnten nicht diese dynamischen Bilder entstehen - und die sind schließlich mein Markenzeichen.

Woher nahmen Sie die Ideen für die verschiedenen Monster Ihrer "Gespenster"-Arbeiten?

Früher in meiner Jugend in der Türkei habe ich mir alle erreichbaren amerikanischen Horrorfilme angeschaut und sämtliche EC-Comics verschlungen. Dracula gehörte ebenso zu meinen Favoriten wie Frankensteins Monster. Hinzu kam die Horrorliteratur aus Italien, Deutschland und der Türkei. Dieses Potenzial reichte aus, um meiner Fantasie immer neue schaurige Protagonisten zu entreißen und sie auch zu visualisieren. Ich hätte, würde die Reihe "Gespenster Geschichten" weitergeführt werden, noch viel mehr Stoff, der sich umsetzen ließe.

Was gefällt Ihnen an Deutschland, dass Sie hier sesshaft wurden?
Das Leben hier ist im Vergleich zur Türkei ungleich hektischer und dynamischer - und somit auch viel interessanter für mich.

Eine große Sammlung unterschiedlichster Illustrationen in: Ertugrul Edirne "Helden & Mythen" (Heider Verlag)