×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Das erste Opfer«: Kehrwochenendausklang

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Julie, Helen, Barry und Ray begießen den Umstand, daß man nun den provinziellen Mief hinter sich zu lassen und Karriere in den Metropolen zu machen gedenkt. Einer solchen Karriere könnte allerdings ein Mord im Wege stehen, und genau den begeht das Quartett, als man nach der Party betrunken dahinrasend einen Passanten plättet. Aber es hat ja keiner gesehen. Oder etwa doch? Als die Übeltäter im nächsten Sommer wieder zusammenkommen, lichtet eine geheimnisvolle Mordserie ihre Reihen...

Soweit die Inhaltsangabe des seinerzeit beliebten Teenie-Slasher-Meilensteins »Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast«. Knapp 14 Jahre später hat dessen Drehbuch nichts von seiner ursprünglichen Faszination verloren, jedenfalls nicht bei den grauen Herren vom SWR, weshalb sie den einmal bewährten Stoff einfach gekonnt in die schwäbische Metropole Stuttgart verlegen. Dort ist es zwar auch nicht mehr 1997, das Jahr, in dem junge Leute beim Besoffen-nach-Hause-fahren noch laut The Prodigy im Auto hörten, aber im Ländle ist man offenbar dankbar für alles, was einem den Kehrwochenendausklang versüßt.

Der Stuttgarter Tatort »Das erschte Opfer« um die Indieboys Lannert und Bootz (Richy Müller und Felix Klare) erfüllt den uralten Menschheitstraum von routinierter No-Brainer-Unterhaltung am Sonntagabend folgerichtig sehr gekonnt, konsequenterweise hat man sich auch nicht nur beim Drehbuch sondern auch gleich im Kostümschrank der Hollywood-Vorlage bedient, jedenfalls meint man im gleißenden Scheinwerferlicht zu Anfang die Umrisse eines Fischermantels zu erkennen. Immerhin: So eine amtliche Hinrichtung mit einem Bagger hat man selten gesehen. Und bevor man beim SWR in den Verdacht gerät, die kompletten Gebührengelder in den Kopierer gesteckt zu haben, überrascht man wenigstens mit einer netten Auflösung, bei der der Täter für seinen sorgsam inszenierten Rachefeldzug nicht nur bis nach der Prodigy-Reunion warten sondern als weitere Hürde das Auswahlverfahren der örtlichen Polizeidienststelle durchlaufen musste.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1318192010]Durch und durch langweilig. Schlecht gespielt. Buch voller logischer Fehler. Völlig unlustige Sidekicks. Ein ganz normaler Tatort eben.[/usercomment]
Nach dem Motto »Besser gut kopiert als schlecht erfunden« geht der neuerliche Tatort aber immerhin insofern als ordentlich durch, als dass man sich nicht 90 Minuten lang ärgern muss. Einen Bonuspunkt gibt es zudem für die Personalie Heiko Westermann, dessen lebensechter Namensvetter dadurch nur noch verdächtiger wird...

Nächsten Sonntag (16.10.) ermitteln in »Das schwarze Haus« wieder die Bodensee-Bullen Blum und Perlmann. Am besten jetzt schonmal Kaffee aufsetzen.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.