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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Das erste Mal

Hurts

Hurts haben mit nur einem Auftritt im Backkatalog in England einen hochdotierten Plattenvertrag scoren können.
Geschrieben am
Die Kunde vom Duo aus Manchester, das auf der Basis von lediglich zwei Songs und mit nur einem Auftritt im Backkatalog in England einen hochdotierten Plattenvertrag scoren konnte, hat gerade in den Tagen einer stark gebeutelten Musikindustrie schnell den Weg über den Kanal zum Rest Europas gefunden.

Allerdings ging es dabei strictly um Musik, denn die Band aus Manchester trifft mit ihrem wavigen Pop voll den Zeitgeist an der Schnittstelle von 80er- und 90er-Reminiszenzen. Das Erscheinungsbild erinnert in seinem gegelten Strebertum an Spandau Ballet, die Musik flirtet zudem mit cheesy Chartspop aus der Rubrik "peinlichstes Lieblingslied" und der dunklen Indiedisco. Noch gibt es mit "Wonderful Life" lediglich eine Single von den Hurts, im August soll aber das Debüt erscheinen, für das sie aktuell bereits sieben Songs geschrieben haben.

Intro-Hausfotografin Katja Ruge hatte die Chance, beim jetzt schon legendären ersten Auftritt der Band in Manchester dabei zu sein. Hier ist das Protokoll:

Neben mir auf den Kirchenstühlen in der St. Philip With St. Stephen's Church in Salford sitzt ein junger Mann mit Tatoos und Motörhead-Shirt. Er kennt die Band nicht. Geradezu ehrfürchtig liest er das Blatt Papier, das auf den Stühlen liegt: "O come all ye faithful, joyful and triumphant" - was bei mir Erinnerungen an den Konfirmandenunterricht und die dazugehörigen Lieder weckt. Dazu servieren die Damen vom Kirchenverein günstig Bier und Wein an einem Klapptisch in der Ecke.
Das Konzert beginnt, und die Kirche wird dabei in blaues Licht getaucht. Für mich, die nur zufällig drei Stunden vor Beginn von diesem Auftritt erfahren hat, beginnt eine echte Offenbarung: Ich liebe die Hurts für ihren Mut zu großen Gesten. Und der Ort könnte nicht besser gewählt sein. Während des ganzen Konzerts rührt mein Sitznachbar das vor sich stehende Bier nicht an. Das habe einfach nicht gepasst, meint er später zu mir, große Musik erfordere eben volle Aufmerksamkeit. Der Rest ist schon jetzt Geschichte.