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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Darauf freuen wir uns: Die Tipps der Intro-Redaktion

Berlin Festival 2011

Main Stage oder doch lieber Mobile Disko? Die Redaktion gibt Tipps für Unentschlossene und Wankelmütige.
Geschrieben am

Suede oder Wire? The Drums oder HEALTH? Wer beim Anblick der Running Order des diesjährigen Berlin Festivals noch in's Zaudern gerät, kann sich hier den ein oder anderen Tipp holen. Auf diese Acts freuen wir uns.

HEALTH
Freitag, 9. September, 18:30 Uhr, Hangar-4-Stage

Männer, die aussehen wie skinny Masters-Of-The-Universe-Actionfiguren und auf der Bühne die langen Haare im Helicopter-Stil kreisen lassen, solche Männer stehen natürlich unter Macker-General-Verdacht. HEALTH aus Los Angeles gelingt allerdings der Super-Move, dass sie trotz einer unfassbaren physischen Wucht nicht wirken wie Conan der Barbar mit Gitarre. Ihr weiträumiger Math-Core ist hypnotisch und ballert gleichsam monoton wie ekstatisch. Wie ein herrlicher Autounfall, bei dem niemand zu Schaden kommt, kann man live seine Augen von dieser Band nicht abwenden. (Linus Volkmann)



Battles
Freitag, 9. September, 19:30 Uhr, Main Stage

These: Die beiden bisher erschienenen Battles-Longplayer werden privat weitaus weniger oft gehört, als selbst die Fans der Band immer behaupten. Der hochverdichtete Instrument-/Experimental-Rock neigt – hört man ihn lediglich – zu übertriebener Opulenz und Komplexität, franst gerne aus und scheint mitunter ins Beliebige abzudriften. Ganz anders live: Die Band um den Ex-Helmet-Schlagzeuger John Stanier kratzt auf der Bühne (hier ergänzt um den sichtbaren Schaffensprozess, der harte Arbeit darstellt) am Live-Ideal, wonach Konzerte den eigentlichen Schlüssel zu einem musikalischen Werk bedeuten – und nicht lediglich eine Eventisierung des Albums unter Anwesenheit der Musiker darstellen. Kurz gesagt: Battles stoßen gerade live Türen auf zu Welten, in denen Rock tatsächlich Neues zu bieten hat. Noch kürzer gesagt: Wer sich das nicht anschaut, ist blöd. (Felix Scharlau)



Primal Scream
Freitag, 9. September, 21:00 Uhr, Mainstage
 
2011, das Jahr der Live-Reunions. Mittlerweile werden ganze Festivals wie das Primavera Sound in Barcelona oder das All Tomorrows Partys in Großbritannien mit Auftritten solcherart gefüllt. Da steht das Berlin Festival in Nichts nach und präsentiert die wechselhaften ManRaver Primal Scream, die ihr Album »Screamadelica« in Gänze darbieten werden. Dabei ist diese Platte gar nicht viel besser als »XTMNTR« oder »Give Out But Don’t Give Up«, sondern schlicht und einfach genau 20 Jahre alt. Sie ist ein Evergreen aus Rave und leichtfüßigem Soul und macht glücklich. Deshalb sei diese Reise in die Vergangenheit ausdrücklich empfohlen! (Christian Steinbrink)



Mount Kimbie
Samstag, 10. September, 17:00 Uhr, Hangar-4-Stage

In den unteren Frequenzbereichen mächtig und druckvoll, obenrum grazil und wackelig. Dazwischen: Jede Menge verrauschte Harmonien, Melancholie und elektrisierendes Flirren. Mount Kimbie tragen Mitschuld daran, dass Dubstep seit längerem das lästige Präfix »Post-« vor sich her tragen muss. Das Bad in den tieffrequenten Schallwellen macht natürlich erst im Club richtig Spaß – auch wenn hier manch einem das Unwort »Kopfhörermusik« in den Sinn kommen könnte. Lieber nichts sagen, hingehen und staunen. (Philip Fassing)



The Naked And Famous
Samstag, 10. September, 18:00 Uhr, Main Stage

Die erste Single »Young Blood« war das Versprechen, das dazugehörige Albumdebüt »Passive Me, Aggressive You« die Bestätigung: Was da an jugendlich-beschwingtem Synthpop aus ausgerechnet dem fernen Neuseeland auf die andere Seite des Erdballs schwappte, hat das Zeug, das Popjahr 2011 nachhaltig mitzuprägen. Vielleicht sogar mehr - im Prinzip ist das, was das Quintett The Naked And Famous da in Albumlänge und vor allem live abliefert das, was MGMT im Anschluss an ihr ähnlich endorphingeschwängertes Album »Oracular Spectacular« nicht zu leisten im Stande waren: einen kurzen Augenblick des Glücks möglichst lange festzuhalten. (Peter Flore)




Beirut
Samstag, 10. September, 19:30 Uhr, Main Stage

Obwohl Zach Condon ein begnadeter Schüler der Santa Fe High School ist, schmeißt er mit 16 hin und reißt nach Europa. In Frankreich entdeckt er für sich die Balkan-Blasmusik und die Folklore der Sinti und Roma, um zurück in Amerika die Folkband Beirut zu gründen. Beim Berlin-Festival gibt’s exklusiv Appetithappen aus dem aktuellen Album »The Ripe Tide«. (Tom Lorber)



Pantha Du Prince
Samstag, 10. September, 20 Uhr, Hangar-4-Stage

»Rave Safely« rief Hendrik Weber am Ende seiner Dankesrede beim diesjährigen Echo, bei dem er den von ausgewählten Pressevertretern verliehenen Preis für das beste Album des Jahres bekommen hat, aus. Mit seinem Projekt hat der ehemalige Bassist der Hamburger Popband Stella dem Dial Label endlich die ihm zustehende verdiente größere Beachtung geschenkt. Zwar veröffentlicht Weber seinen hochemotionalen Techno-Ambient mittlerweile bei Rough Trade Records, zuletzt das Album »XI Versions of Black Noise«, die Remixsammlung zu seinem Album »Black Noise«, der engen Anbindung an das Kunst-Diskurs-Techno-Umfeld, das das Dial Label auszeichnet hat das aber nichts abgetan. Nur ein bisschen mehr unterwegs ist er heute. (Thomas Venker)